Literatur · Klassik

Martin Haselböck - Orgel & Franz Schuh - Lesung


Die musikalische-Literarische Aktion weltgebräuche wurde erstmals 1983 und zuletzt in Jandls Todesjahr 2000 mit dem Autor selbst als Sprecher, Martin Haselböck an der Orgel und Rudolf Josel an der Trompete aufgefürt. Franz Schuh erarbeitete seine eigene Herangehensweise an Jandls Texte und trat in einen Dialog mit Martin Haselböck.

Ursprünglich aus rein improvisierter Musik bestehend, nahm weltgebräuche im Laufe der Zeit zusehends durchkomponierten Charakter an, ohne dabei gänzlich aif die Spontanität der musikalischen Improvisation zu berzichten.

Das Stück ist ein beeindruckendes Zeugnis für das Zusammenspiel zwischen Sprch- und Musikkunst, das Jandls Text nahelegen und das für seine eigene Arbeit eintscheidende Impulse brachte. Hier kommt Jandls Lyrik, die bekanntermaßen auf Lautlichkeit angelegt ist, tatsächlich ganz zu sich. Der rezitative Lesestil passt sich dem musikalischem Primat gekonnt an, unter dem er seine Gebilde zur Entfaltung bringt; gegengleich nimmt Martin Haselböck viele der rein musikalischen Möglichkeiten stark zurück, die ihm sein Instrument zu bieten hätte.

Es ist fast, als "spräche" die Orgel im Sinne derselben Unterscheidung, die wir bei der menschlichen Stimme zwischen Rede und Gesang gewohnt sind.


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