Tanz

Martin Dvorak - Beethoven: Kreutzer Sonata _ emoticon


Zwei Dialoge zwischen Musik und Tanz, Piano und Violine, Mann und Frau.

Zu Beginn standdieViolinsonate in A-Dur von Ludwig van Beethoven, die 1803 unter ungewöhnlichen
Umständen entstand. Die 3-sätzige Komposition entstand kurz vor ihrer ersten Aufführung im Mai
1803. Beethoven war nicht in der Lage den letzten Satz dieser 9.Sonate zu vollenden und „borgte“ ihn
sich von seiner 6.Sonate. Die erste Aufführung dieser 9. Sonate spielte der Geiger
Bridgetower und Beethoven selbst saß dabei am Klavier. Warum war diese Sonate Rudolf Kreutzer,
einem anderen phänomenalen Violonisten, der sie nie spielte, gewidmet? Der Grund dafür lag in
einem „Wettbewerb“ mit Bridgetower um eine Frau. Als Revanche widmete Beethoven seine Sonate
einem anderen Musiker - Rudolf Kreutzer.

48 Jahre später entsteht eine Novelle von L. N. Tolstoi, der von der Sonate derart fasziniert war, dass
diese ihn dazu inspirierte eine Geschichte über einen Mann zu verfassen, der aus Eifersucht seine
Frau tötet. Gemeinsam mit ihrem Geliebten spielt sie zuvor Beethoven´s Kreutzer-Sonate. Die ganze
Geschichte steht dem Verlust der sexuellen Moral sehr kritisch gegenüber.

Der zweite Teil des Abends widmet sich der Choreographie Emoticon zu Musik von Piano Interrupted
von Tomas Hodge und Franz Kirmann, in Verbindung mit Erik Satie´s bekanntesten Stück
Gymnopediés.

Das Konzept der Choreographie ist von der Atmosphere des Aufeinandertreffens von Altem und
Neuem, Gegenwärtigem und Vergangenem getragen. In der Musikkomposition entsteht eine Kollision
zwischen der modernen Klaviermusik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwärtigen. Das akustische
Klavierstück kollidiert mit der elektronischen Komposition des 21. Jahrhunderts, das in seiner neuen
Form dem Publikum der heute jungen Generation näher kommt. Beide Interpreten - Irene Bauer und
Martin Dvořák - suchen den Dialog zwischen der soliden Struktur Satie´s und dem freien Sound von
Hodge und Kirmann.Der Dialog der Instrumente - Klavier und Streichinstrumente - mit den
Elektronischen steht hier als Ausgangspunkt für die Vorstellung, die keinen narrativen Anspruch hat,
sondern durch den musikalischen Ausdruck und den der Bewegung emotional erfüllt.

Der Fokus der Arbeit der ProART Company liegt im Finden gemeinsamer Wege, bzw.
Anknüpfungspunkte für Tanz und Theater, auch in Verbindung mit Gesang, mit dem Ziel
zeitgenössisches Tanz- Theater zu kreieren, das vielschichtig, jedoch nicht oberflächlich ist und
gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und verständlich ist. Der Stil der
Kompanie kann als neoklassisch-modern-zeitgenössisch beschrieben werden. Die Arbeit der ProART
Kompanie umfasst mehr als 20 Projekte und Abende mit mehreren kürzeren, zusammengestellten
Choreographien. Zusätzlich zu den Stücken von Martin Dvořák (CZ/A) arbeitete die ProART
Kompanie schon mit 9 internationalen Choreographen. Insgesamt gab es bereits über 200
Vorstellungen.

Die Geschichte der ProART Kompanie läßt sich mit dem ersten Projekt, das auf dem Roman “ I don´t
love you anymore...” von Joseph Heller basiert, bis Mai 2005 zurück verfolgen. Außerdem ist auch
das allererste Projekt “Gabriel Lion 2004“ des Teams Dvořák-Pajasová zu nennen, welches das
Multigenre-Workshop-Festival Tanec Terezin, später ProART Festival genannt, initiierte. Dieses
Projekt war ausschlaggebend für die gesamte Philosophie und weitere kreative Aktivität des
Vereins ProART.

ProART verwendet für seine Kreationen häufig klassische Musik, arbeitet fächerübergreifend und
sucht nach neuen Konzepten und Ausdrucksmöglichkeiten für bereits bestehende Musik und
Literarische Werke. Die Kompanie hat Gastauftritte in Deutschland, Österreich, Polen, der Slowakei,
der Schweiz, in Israel, Portugal, Italien, Ungarn, Korea und Malta.

Zweiteiliger Tanzabend von Martin Dvořák
(ProART Company Prag - Connecting ARTS Wien)

Musik: L. van Beethoven, Tom Hodge, Franz Kirmann, Erik Satie
Choreographie: Martin Dvořák
Tanz: Irene Bauer, Martin Dvořák
Kostüme: Jindra Rychlá


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