Literatur

Martin Aigner & Rusolf Neubauer: In Wellen


Ein junger Mann dringt in das Haus seines Vaters ein. Danach ist nichts mehr, wie es war. Er wusste, dass es besser war, noch ein wenig zu warten, bis alle im Haus wirklich tief schliefen, doch war er des Wartens mittlerweile überdrüssig. Er packte die nötigen Utensilien aus. Er wartete noch ein Auto ab, das in der Ferne anfuhr und bald hinter einem der Hügel verschwand. Ein Hund schlug an, doch das Bellen schien von sehr weit weg zu kommen. Mit einer kleinen Taschenlampe, die er halb mit der Hand abdeckte, suchte er den Boden ab, ob er nichts verloren hatte. Er bemühte sich, alles wieder wie zuvor herzurichten, warf die Äste in den Wald zurück. Langsam, immer wieder lauschend, um sich blickend, näherte er sich dem Haus. Als er nur noch zwanzig Meter entfernt war, kamen ihm Zweifel, ob er wieder umkehren sollte. Für einen Moment erschien ihm alles höchst albern. Doch er erinnerte sich, wie oft er Dinge nur in seiner Fantasie durchgespielt hatte und wie enttäuscht er hernach von sich selber war, wenn er es wieder nicht in die Tat umgesetzt hatte. Die Novelle „In Wellen“ erscheint im Jänner 2015 im Resistenz Verlag.

Martin Aigner wurde 1977 in Ried im Innkreis geboren. Studium der Germanistik und Publizistik in Wien. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften. Arbeitsstipendien für Literatur des Bundeskanzleramtes und des Landes Oberösterreich. Arbeitsaufenthalte in Frankfurt und New York. Lebt in Wien.

Petersbrunn, ein fiktives Dorf im Innviertel. Grenzland heute wie damals, als es zu Bayern gehörte. Chefinspektor Brandstetter ermittelt hier im Fall Karl Weinzettel und deckt auf, was vertuscht oder verleugnet wird. Die Handlung ist zeitlich und räumlich strukturiert und der Ermittler nimmt als Ich-Erzähler die Leserin / den Leser zu den verschiedenen Schauplätzen mit. Offensichtliche und subtile Veränderungen der Personen lassen aufhorchen, denn nichts ist so, wie es scheint.

Rudolf Neubauer, pensionierter Volksschullehrer und gebürtiger Innviertler, hat seinen Grenzlandkrimi „Jour fixe“ im November 2014 im Epubli Internet-Verlag veröffentlicht. „Cogitationes de saxo - Gedanken über den Stein“, ein Bildband mit Gedichten, erschien 2013.


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