Theater

Marlowe und die Geliebte von Lope de Vega


von Gerald Szyszkowitz

URAUFFÜHRUNG

In der diesjährigen Saison der SOMMERSPIELE SCHLOSS HUNYADI begleiten wir unseren Helden Marlowe (Johannes Terne), der seit seiner Flucht aus England in der Anonymität im Exil lebt, auf seinen Abenteuern nach Madrid, Neapel, Venedig und sogar auf die Bermudas. Dabei trifft er auf seinen Freund, Dichter- und Geheimdienst-Kollegen Miguel de Cervantes (Felix Kurmayer), dessen weltberühmten Roman „Don Quichote“ Marlowe unter dem Künstlernamen Thomas Sheldon als Erster ins Englische übersetzt.

Er wird von der schönen und berühmten Schauspielerin Micaela de Luján (Michaela Ehrenstein) überredet, nach Neapel mitzureisen und wird dort sofort zum Sekretär des Vizekönigs (Alfons Noventa) ernannt. Dass aus der, zuerst kleinen Flamme, die zwischen Micaela und Marlowe, der ihr nur unter dem Decknamen Antonio de Laredo bekannt ist, plötzlich ein loderndes Feuer wird, das sogar zur Hochzeit der beiden führt, ahnt Anfangs niemand. Zudem Micaela alle Hände voll zu tun hat um ihrem Geliebten, dem großen Dramatiker Lope de Vega (Gerhart Rühmkorf), als auch den Annäherungsversuchen des Vizekönigs aus dem Weg zu gehen.

Aber auch Marlowe muss sich gegen Verehrerinnen erwehren, hat nicht nur die Vizekönigin (Eva-Christina Binder) ein Auge auf ihn geworfen, sondern auch die kluge Marita Morales (Christina Jägersberger), die unserem Helden, auf Befehl ihres Geheimdienstes, bei Tag und Nacht folgen sollte, um mehr über den mysteriösen Fremden, der „Italienisch spricht wie ein Venezianer und Englisch wie ein irischer Bänkelsänger“, heraus zu finden. Nebenbei sollte Marlowe auf Geheiß des englischen Botschafters Henry Wotton (Wilhelm Seledec) auch noch für den Britischen Geheimdienst spionieren, die „Türken bei Kreta in Schach halten“ und der englischen Krone die Bermudas sichern. Ob dafür neben dem ganzen Liebes-Wirrwarr noch Zeit bleibt wird sich zeigen.

Eines ist jedenfalls klar, die Linie zwischen Wahrheit und Lüge ist in dieser Komödie eine sehr feine und immer wieder stellt sich die Frage: Was für ein Mensch ist nun dieser Antonio de Laredo … Thomas Sheldon … MARLOWE eigentlich?

MARLOWE und DIE GELIEBTE VON LOPE DE VEGA wurde von Gerald Szyszkowitz als Fortsetzung von DAS FALSCHE GESICHT oder MARLOWE IST SHAKESPEARE, das in der Saison 2016 seine Uraufführung feierte, verfasst und eröffnet dem Publikum, neben historisch belegten und neu entdeckten Fakten, ein phantastisches Abbild zwischenmenschlicher Wirrungen und eine Vorstellung dessen, wie Marlowe seine Zeit im Exil verbracht haben könnte. Musikalisch begleitet werden die Vorstellungen von Béla Fischer an der Violine.

Man darf sich also wieder einmal auf einen spannenden, gefühlvollen und vor allem amüsanten Sommerabend im Schloss Hunyadi freuen.

Mit: Eva-Christina Binder, Michaela Ehrenstein, Christina Jägersberger, Felix Kurmayer, Alfons Noventa, Gerhard Rühmkorf, Wilhelm Seledec und Johannes Terne als Marlowe

Violine: Béla Fischer

Regie & Buch: Gerald Szyszkowitz
Assistenz: Stefanie Gmachl

Foto: Rolf Bock

Uraufführung im Schloss Hunyadi: 29. Juni bis 1. Juli 2017 um 20:00 Uhr

Weitere Vorstellungen ab Herbst 2017 in der Freien Bühne Wieden: 03. bis 07. Oktober 2017


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