Kunstausstellung

Marlies Poeschl - fieldwork/homework/ Michael Poetschko - Unser Refrain


Marlies Poeschl thematisiert, wie identitätsstiftende Codes oder kulturelle Techniken von anderen sozialen Gruppen aufgegriffen, weitergegeben, vereinnahmt oder neu interpretiert werden.

Ausgangspunkt ihres Films Ohne Titel ist das Freilichtmuseum „National Culture Village“ und die damit verbundene Musealisierung der Kultur ethnischer Minderheiten durch das offizielle Kultursystem Chinas.
Die Videoinstallation Practice 1, 2, 3 beschäftigt sich mit eben jenen DarstellerInnen, die in Ohne Titel nur imaginiert werden. Eine Gruppe von Shanghaier Tanzstudentinnen erlernt den „wéi wú ěr zú“, den Tanz der Uyghuren, einer muslimischen Minderheit aus der autonomen Region Xinjiang.
Um die Rolle der „Anderen“ zu verkörpern braucht es Übung, doch gerade
in der Wiederholung liegt Raum für Abweichung und Individuation, denn keine Bewegung gleicht je ganz der vorigen. Das Erlernen der Tanzschritte ist auch ein stetiges Sich-Erinnern und wird so zu einer Reflektion über das Verhältnis zwischen kollektivem und individuellem Gedächtnis.

Poetschko beschäftigt sich in Unser Refrain mit der Rolle von Sprache und Bildern, Körpern und digitalen Medien in alternativen Weltentwürfen.
Welche Begegnungen sind es, die zu neuen Konstellationen führen, zu neuen Refrains? Wo finden sie statt – in welchen Räumen und in welchen Zeiten? Welche Rollen können wir annehmen und welche Rollen verlassen? Und was, wenn die Abwesenheit eines Schemas kein Hindernis, sondern eine Möglichkeit ist?
„Wir bevorzugen die dissidenten Vektoren des Studios: das Noch-Nicht-Fertige, die Skizze, die Probe, die Meuterei der Randnotizen, das Ausfransen der Projektionsflächen, den Duft der Zeit und die Möglichkeit der Berührung unserer Lebensformen.“ (Michael Poetschko)


Vergangene Termine