Kunstausstellung

Markus Krottendorfer


Markus Krottendorfer dokumentiert Schauplätze einer eurozentrischen Weltbeschreibung und mäandert dabei zwischen Archäologie und Welterfindung.

Ein Gebirge in Westafrika, das Ende des 18. Jahr­hunderts „entdeckt“ wurde, spätestens 1905 aber wieder von den Landkarten verschwand ‒ also nie wirklich existiert hat ‒, dient Markus Krottendorfer als Recherche-Ausgangs­punkt zu seiner dokumentarischen Reise. Eine ähnliche Geschichte darüber, wie wir Kartografien und Historien selbst konstruieren, erzählt ein Schädelfund in East Sussex aus dem Jahr 1912, der belegen sollte, dass der moderne Mensch in Europa entstand. 1953 wurde er als Fälschung entlarvt. Zwei scheinbar zusammenhanglose Begebenheiten, die dennoch einer gemeinsamen Geschichte angehören, die von Macht und Deutungshoheit erzählt.

Camera Austria zeigt im Rahmen des steirischen herbst ein neu produziertes Projekt von Markus Krottendorfer, der sich immer wieder mit der Geschichte von Weltentwürfen und Weltbildern beschäftigt, Utopien wieder aufsucht und deren verästelte Wirkungen in der Gegenwart untersucht. Dabei experimentiert er mit neuen und auch historischen Techniken und Medien und betreibt so eine Art Archäologie der Bilder und ihrer heutigen Bedeutungen.

Für die aktuelle Ausstellung reist Markus Krottendorfer zu Schauplätzen einer eurozentrischen Weltbeschreibung. Indem er sich zwischen Recherche und Aufzeichnung auf der einen Seite und Übertreibung, Irreführung und Manipulation auf der anderen Seite bewegt, wirft er auch grundlegende Fragen eines dokumentarischen Arbeitens in der heutigen Zeit auf.

Mit Markus Krottendorfer (AT)

Kuratiert von Reinhard Braun (AT)

Kunst im Gespräch
Di 27/09, 17.00
Camera Austria
Teilnahme kostenlos

Exklusive Eintritt Camera Austria


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