Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Marko Zink: Schöner Schein


Marko Zink schafft emotionale Foto-Aphorismen, die er in Serien immer wieder neu formuliert. Der studierte Künstler und Germanist bearbeitet den unbelichteten analogen Film, bevor er ihn verwendet.

Dadurch ergeben sich unvorhersehbare Effekte, zumeist unscharfer Art, die seinen Arbeiten eine große malerische Qualität verleihen. Der detaillierte Vorgang, der für den Künstler einen wichtigen Aspekt der Gesamtarbeit darstellt, ist extrem aufwendig, wird immer wieder variiert.

Marko Zink offeriert in seinen Serien immer wieder Bilder mit doppelter Wahrnehmung. Ob man sich darauf einlässt oder welche Wahrnehmung man von dem Menschen oder Objekten gewinnen will, überlässt er dem Beobachter. In seinen Foto-Serien wie schwimmer, tragödien und kurhotel geht es vorrangig um die Auseinandersetzung von Körperlichkeit und Ästhetik aber auch zugleich um die Inszenierung und das Verhältnis der veränderten Wirklichkeit zur Realität.

"Die Serie "Schwimmer" ist vordergründig ein leichtes Spiel, das an manchen Stellen plötzlich in abgrundtiefen Ernst umschlägt. (...) Zuerst bezaubert also bunte Leichtigkeit. Die alltäglichen Gegenstände liegen oder stehen am Meeresgrund, driften im Wasser dahin. Sie finden dabei eine temporäre Form, die sich alsbald wieder verändert. Runde Steine haben sich Badehauben übergezogen, chinesische Morgenmäntel tanzen kokett, silberne Stöckelschuhe stehen witzig, weil ordentlich, da auf dem hellen Sandboden."

Er selbst sagt dazu: " Kaum denkt man, das ist aber schön farbig, ironisch oder gar komödiantisch, und beginnt sich deshalb näher mit diesem Werk auseinanderzusetzen, wird man in eine Tiefe gelotst, die oft wider den schönen Schein ist und einen zweiten Boden der Realität öffnet. Dadurch ist Wirklichkeit auch anders fragmentiert - sprich: der Mensch, der sich gern ins Zentrum stellt, ist dann nur noch ein Teil des Bildes."

Dies lässt sich auch bei der Serie kurhotel ausmachen. Er schuf einen Foto-Zyklus "voller irritierender Momente, das Paradox einer verfallenden Heilanstalt - der "Arzt" wird zum Patienten. Es entstanden Suchbilder, die durch seine spezielle Fotografietechnik die Vergänglichkeit unabhängig vom Motiv in sich tragen. Hier lugt ein Arm hervor, dort steht jemand hinter dem Vorhang. Die Vergangenheit glamouröser Zeiten blitzt kurz hervor, ehe sie sich in der Tristesse der Verwahrlosung, der Anhäufung skurril anmutenden Mobiliars auflöst."

"Und in der Tat ist es ein leichter Taumel, der den Betrachter befällt, wenn er die Verschiebung in den Wald-Fotos von Marko Zink bemerkt. Ein Unbehagen, das sich ausbreitet, wenn er feststellt, dass der Künstler im Visuellen eine ganz andere Geschichte erzählt als jene vom intensiven Grün der jungen Kiefernnadeln, von der Stille zwischen den Baumstämmen und der Erhabenheit des Waldes."

"Es ist oft nur ein schöner Schein, der von den Medien, der Politik, vom Menschen selbst gemacht wird. Diesem Schein versuche ich die "innere" Schönheit zu nehmen, sie zu trüben - zum Beispiel, indem ich Tiere als neue Spezies in die Wälder setze. (...) Was ich zeige, ist nach wie vor eine Fiktion, allerdings auch eine sehr mögliche Wirklichkeit - so als würde man eine Wirklichkeit spiegeln und diese hätte ihre Gültigkeit genauso wie die andere, in der wir leben, der wir tagtäglich begegnen".

Geöffnet ist die Galerie während der Ordinationszeiten (Mo-Mi 8-11 und 14-16 Uhr, Do u. Fr. 8-12 Uhr, an Feiertagen geschlossen).


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