Jazz

Mark Turner Quartet


Mark Turner feiert mit dem Album "Lathe of Heaven" ein brillantes Comeback! 13 Jahre nach seinem letzten Soloalbum meldet sich Tenorsaxophonist Mark Turner mit einem wahren Meisterwerk endlich zurück.

Als "den einflussreichsten Tenorsaxophonisten des Jazz seit John Coltrane" bezeichnete ein Kritiker Mark Turner vor ein paar Jahren im New York Observer. Und ein Kollege von der New York Times nannte ihn etwas mysteriös "der beste Jazzmusiker, den Sie noch nie gehört haben". Das mag ein wenig übertrieben sein, spielte aber darauf an, dass sich Turner 2001, nachdem er fünf exzellente Soloalben veröffentlicht hatte, eine ungewöhnlich lange Auszeit gönnte, um sich einer neuen Rolle - der als Vater - widmen zu können. Natürlich hängte er sein Saxophon nicht ganz an den Nagel. Aber er beschränkte sich auf Jobs als Sideman von Kollegen wie Kurt Rosenwinkel, Billy Hart und Enrico Rava oder die Arbeit mit dem Trio Fly. "Als Leader muss man sich mit einer Menge von Dingen abgeben, die nichts mit Musik zu tun haben. Als Sideman muss man im Grunde nur zusehen, dass man keinen Termin verpasst und seinen Job gut macht." Jetzt sind Turners zwei Kinder den Windeln entwachsen und der Saxophonist kann sich endlich wieder seiner eigenen Musik zuwenden. Nachdem dieses Jahr bei ECM Records schon zwei Alben von Billy Hart ("One Is The Other") und Stefano Bollani ("Joy In Spite Of Everything") erschienen sind, auf denen sich Turner als Sideman glänzend in Szene setzen konnte, legt er bei dem Label nun auch sein lange erwartetes Solo-Comeback-Album vor: "Lathe Of Heaven".

Während Turner auf seinen früheren Alben stets mit einem Gitarristen und/oder Pianisten arbeitete, besetzte er sein neues Quartett ganz ohne Harmonieinstrument. "Das gewährt einem eine gewisse Freiheit", sagt er, "gibt aber jedem einzelnen Musiker auch mehr Verantwortung. Mit einer Band wie dieser [bestehend aus Trompeter Avishai Cohen, Bassist Joe Martin und Schlagzeuger Marcus Gilmore] muss man sich selbst - harmonisch, rhythmisch und auch klanglich - Beschränkungen auferlegen, um musikalisch stark zu punkten." Und dies tut dieses Quartett auf dem Album "Lathe Of Heaven", das nach einem Science-Fiction-Klassiker von 1971 benannt wurde, zweifellos. Turner, der für seinen forschenden Intellekt und die intime Expressivität bekannt ist, mit der er den gesamten Tonumfang seines Tenorsaxes auslotet, zeigt sich inspirierter denn je. Das Zusammenspiel mit Avishai Cohen ist besonders beeindruckend. "Wir sind beide sehr detailversessen, wenn es um Intonation, melodisches Spiel und die Wahl der richtigen Noten geht", meint Turner. "Und unsere Sounds passen gut zueinander, weil sie ziemlich konzentriert sind." In Joe Martin und Marcus Gilmore steht den beiden Solisten ein Rhythmusgespann zur Seite, das zugleich geschmeidig als auch kraftvoll agiert. Mit "Lathe Of Heaven" sollte Mark Turner den Ruf des "musicians’ musician" ablegen und endlich in die erste Riege der zeitgenössischen Jazzmusiker aufsteigen. Denn dort gehört "der einflussreichste Tenorsaxophonist seit John Coltrane" schließlich hin. (Jazzecho)

Mark Turner: tenor saxophone
Avishai Cohen: trumpet
Joe Martin: bass
Obed Calvaire: drums


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