Kunstausstellung

Aktuelle Arbeiten von Gisela Stiegler & Noémi Kiss


Eine Obsession im Umgang mit unkonventionellem Material als Werkstoff verbindet die beiden Künstlerinnen, die sich für Ihre Projekte das Unorthodoxe zunutze machen.

Werke an der Schnittstelle von Design und Kunst, funktionelle Skulpturen, die ihre Wesenheit beispielsweise als Teppichgemälde, geschnitzte Lampen oder gelackte kosmische Styroporkörper erlangen. Insektentapisserien, in Beton eingelassene Teppich-Nattern als Tisch, maseratiblaue oder metallische Gebilde an Wand, Boden und in der Luft… das erwartet einen bei den Arbeiten von Gisela Stiegler und Noémi Kiss.

Gisela Stiegler (Suben, OÖ, 1970). Lebt und arbeitet in Wien. Studium der Malerei an der Hochschule für Angewandte Kunst, Photographie, Rietfeld Academie, Amsterdam und Malerei im dreidimensionalen Raum, Akademie der bildenden Künste, Wien.

“Geschnitzte und gekerbte Styroporkörper im Raum, am Boden und an den Wänden übten eine seltsame Anziehung aus: rhythmisch strukturierte abstrahierte Gebilde, wie gebaut für das All – sehr fremd und eigenartig, vor allem in ihrem Kleid aus Autolack in Blau-Metallic. Diese Schöpfungen waren von einer Art beherrschtem Minimalismus, der einem Achtung einflößte, obwohl diese nicht verdient erschien bzw. diese keinesfalls eingefordert war. Diese eigentümlichen Styroporschnitzereien genügten sich in ihrem souveränen Solipsismus vollkommen selbst. Die direkte Begegnung mit den bizarren Gebilden verunsichert. Sie fordern in aparter Ungekünsteltheit zur unmittelbaren Auseinandersetzung – in dem Dazwischen, in einer Grauzone wenn ein Kunstwerk den Geltungsbereich anderer Kategorien anstreift, etwa den von Design-, Möbel- oder Gebrauchsgegenstand um ihn auch gleich wieder heftig von sich zu weisen; in der komplexen Bedingtheit von Fläche und Raum.”



(Zitat: Margareta Sandhofer, Katalog von Gisela Stiegler, 2015 )

Noémi Kiss (Székelykeresztúr, Transylvanien, 1969). Lebt und arbeitet in Wien. Studium der Architektur, TU Wien / Philosophie, Universität Wien.

Die Künstlerin bedient sich alltäglicher Werkstoffe und Materialien, die oft ihrer Banalität wegen verpönt sind: alte, abgetretene Teppiche, Polyurethan-Schaum oder der kalte und harte Baustoff Beton. Durch Überlagerung und Verknüpfung hebt sie die Bedeutung dieser Ausgangsstoffe auf eine höhere, narrative Ebene und vollzieht deren Verwandlung, indem sie die vorgegebene Textur mit der nur scheinbar aleatorischen Struktur der Ornamentik kontrastiert. Bilder einer immer informelleren Welt, die daran ist, ihre Dinghaftigkeit zu verlieren, werden geradezu spielerisch in einen neuen Kanon von Material, Format und Haptik gesetzt. Das Primat materialästhetischer Aspekte wird zu Gunsten der Poesie überwunden, Spitzendeckchen werden raumfüllend, Bauschaum wird zu Seide, Teppichschlangen werden in Beton gefangen, das zum Ruhen einladende Kissen ist kalt und steinhart.

Marion Friedmann (Basel, 1969 / Gmunden, Wien, London) öffnete ihre Pop-up Galerie 2011 in London, wo sie Werke an der Schnittstelle von Design und Kunst von aufstrebenden, wie etablierten Künstlern repräsentiert. Mit Diplomen in Betriebswirtschaft, Interior Design und Kuratierung, arbeitet Friedmann schon seit über 20 Jahren als Fördererin, Kuratorin und Expertin im Design-art-bereich und engagiert sich dabei auch speziell für die Präsenz und Etablierung von Talenten aus Mexico / Lateinamerika in Europa.

Die Ausstellung dauert bis 6.8.

Öffnungszeiten:
Donnerstag 26.7. bis Sonntag 31.7. von 16:00 bis 20:00 

Donnerstag 4.8. bis Freitag 5.8. von 14:00 bis 18:00

Finissage: Sa 6.8. von 16:00 – 20:00
Und nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 07612 70630 und
Marion Friedmann Tel. 0664 956 9958.

Freier Eintritt


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