Neue Klassik · Klassik

Marino Formenti - Lo(o)se


Von weitester Weite und nächster Nähe zuhören, mit der Musik mitwandern, zwischendurch von ihr weggehen, zurückkehren zu ihr. Eine lose Situation möchte der Pianist Marino Formenti in seinem Konzert im Klangraum Krems Minoritenkirche schaffen, loslassen von starrer Aufführungsweise, das übliche Konzertformat verlieren.

"Musikhören erlaubt. Trinken erlaubt. Liegen, sitzen, Platz wechseln erlaubt. Gänsehaut erlaubt. Religion erlaubt. Heidnisch sein erlaubt.“
Marino Formenti

Von weitester Weite und nächster Nähe zuhören, mit der Musik mitwandern, zwischendurch von ihr weggehen, zurückkehren zu ihr. Eine lose Situation möchte der Pianist Marino Formenti in seinem Konzert im Klangraum Krems Minoritenkirche schaffen, loslassen von starrer Aufführungsweise, das übliche Konzertformat verlieren. Lo(o)se. Verlieren, um etwas zu gewinnen. Freiheit. Die Zeit in Ruhe lassen. Die Dauer spielt keine Rolle. Open end. Formenti spielt abwechselnd an zwei Klavieren. Eines davon kann auch wandern, kann mehrmals die Position wechseln. Formenti sucht „ein Spiel zwischen Nähe/Distanz, Kommunikation/ Einsamkeit, Dialog/Selbstgespräch, Message/Leere, Zuhören/Hören/Weghören.“ Jeder einzelne Mensch kann innerhalb der Kirche das Konzert aus persönlichen und verschiedenen räumlichen Winkeln erleben. Alle sind gemeinsam allein.

Formenti: „Musikhören erlaubt. Trinken erlaubt. Einschlafen erlaubt. Kuscheln erlaubt. Langeweile erlaubt.“ Es ist auch erlaubt, mit dem Pianisten zwischen den Stücken zu sprechen. Mit zu entscheiden, was gespielt wird.

Marino Formenti pilgert durch Jahrhunderte von Tastenmusik, er durchlebt den heiligen Akt des Musizierens. Die Stücke entsprechen dem sakralen Raum. Die Auswahl erfolgt aus einem Pool von Werken. Musik von Machaut, Bach und Liszt bis Cage, Feldman und Pärt und ... oder ... auch ... anderen. Die Programmfolge spielt keine Rolle. Music open. Formenti wird einzelne Teile des Konzerts spielen, die beschlossen sind, und Teile, die er spontan entscheidet. Er hält „ein Plädoyer gegen die Fokussiertheit, gegen die künstlerische Kunst, gegen die lineare Zeit, gegen die Absicht, gegen die Bewertung, gegen die unerhabene Erhabenheit, gegen die erkaufte Erleuchtung, gegen das Happening, gegen das Environment.“ Marino Formenti, der „Glenn Gould für das 21. Jahrhundert“ (Los Angeles Times), konzipierte schon bisher Projekte wie „Nothing is real“, „Nowhere“, „The Party“, „Torso“ und „Piano Trips“. Nun „Lo(o)se“.


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