Theater

Maries Abschied


Nach nunmehr zwei Jahren Beschäftigung mit dem Werk der erstaunlich jungen Klassikerin und erfreut darüber, zur Wiederentdeckung dieser ewig falsch „Schubladisierten“ einen lebendigen Beitrag geleistet zu haben, beendet die wortwiege diesen Schwerpunkt mit zwei Texten der Autorin zum Thema „Abschied“.

Doppelabend nach „Das tägliche Leben“ und „Die Großmutter“
Marie von Ebner-Eschenbach / wortwiege.

Nach nunmehr zwei Jahren Beschäftigung mit dem Werk der erstaunlich jungen Klassikerin und erfreut darüber, zur Wiederentdeckung dieser ewig falsch „Schubladisierten“ einen lebendigen Beitrag geleistet zu haben, beendet die wortwiege diesen Schwerpunkt mit zwei Texten der Autorin zum Thema „Abschied“.

Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach den Thalhof-Produktionen des Eschenbach-Zyklus, zeigt die wortwiege nun Das tägliche Leben in Wien. Die Intimität der alten Bibliothek ermöglicht ein sehr unmittelbares Erlebnis dieses so sensiblen wie schonungslosen Abrechnungsmonologs. Ergänzt wird diese Analyse eines unvermuteten Todes durch die Uraufführung der in ihrer Schlichtheit beeindruckenden Geschichte Die Großmutter in Form einer verdichteten, kurzen Kinobühnenschau.

Das tägliche Leben ist eine der modernsten Novellen der Marie Ebner. Schon der erste Satz ist wortwörtlich ein Pistolenschuss: „Am Vorabend der silbernen Hochzeit eines allverehrten Ehepaares, die von einem großen Familien- und Freundeskreise festlich begangen werden sollte, erschießt sich die Frau.“ Ihre Freundin und Wegbegleiterin im gesellschaftlichen Engagement klärt dieses „unerklärliche“ Ereignis schonungslos auf. Die Familie der Verstorbenen erweist sich dabei nicht als Hilfe, wohl aber als Quelle für die Motive der Tat.

Die Großmutter ist die kürzeste und eine der einprägsamsten Geschichten Ebner-Eschenbachs. An einem ohnehin bereits unruhigen Arbeitstag verschafft sich eine alte Frau unaufhaltsam Eintritt ins pathologische Institut. Auf der Suche nach ihrem Enkel lässt sie keinen Einwand des diensthabenden Assistenzarztes gelten und stellt in kurzer Zeit dessen Gewissheiten über Leben, Tod und Trauer auf den Kopf.
In ungebrochener Begeisterung für diese dramatische Spielart zeigen wir Die Großmutterals eine sehr verdichtete, kurze Kinobühnenschau: In der szenischen Fassung der wortwiege wird die Bühnenerzählung des Arztes mit dem subjektiven, inneren Erleben der Großmutter im Film verwoben.

Schauspiel „Das tägliche Leben“: Doina Weber
Schauspiel „Die Großmutter“: Roman Blumenschein (Bühne), Erni Mangold (Film)
Textfassung & Regie: Anna Maria Krassnigg
Raum: Lydia Hofmann
Kostüm: Antoaneta Stereva
Film: Anna Maria Krassnigg, Christian Mair
Musik: Christian Mair
Dramaturgische Begleitung: Karl Baratta
Regieassistenz: Marie-Therese Handle-Pfeiffer


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