Theater

Maria Hassabi - Premiere


Wenn sich der Vorhang bei der Premiere öffnet, dann werden fünf Performer – getaucht in grelles, weißes Licht – erscheinen, um die Langsamkeit neu zu entdecken.

In den letzten Jahren hat sich die in Zypern geborene und in New York lebende Choreografin und Performerin Maria Hassabi mit dem Verhältnis zwischen dem Körper und seiner bildlichen Darstellung beschäftigt. Mit Betonung der skulpturalen Qualitäten von Körperlichkeit und einer gnadenlosen Zerdehnung von Zeit nimmt „Premiere“ beinahe die Gestalt eines Tableaus vivant an, das sich ständig verändert – und damit sehr ungewöhnliche Momente der Überraschung bereithält.

Welche Erwartungen sind an eine Premiere geknüpft, das erste Aufeinandertreffen von Werk und Öffentlichkeit? Erst durch die Erwartungshaltung der Besucherinnen und Besucher wird für Hassabi der kreative Akt zu einem Kunstwerk.

Damit spielt sie, wenn sie für die unglaublich langsamen, zugleich komplex angelegten und parallel inszenierten Solos der Performer alle Konzentration der Besucher beansprucht – erst die Aufmerksamkeit der Premierengäste verleiht dem Ereignis seine Kraft.

„Premiere“ ist nicht nur eine Meditation über Veränderung und ein Spiel mit Erwartungen, sondern auch eine Konfrontation von Privatheit und Öffentlichkeit, Zerbrechlichkeit und Prestigeträchtigkeit, Prozess und Produkt.

Dass Maria Hassabi 2013 an der 55. Biennale in Venedig teilnahm, unterstreicht die Verankerung und Bedeutung ihrer Arbeiten im Kontext der bildenden Kunst.

100%Tableau Vivant

Erstaufführung im deutschsprachigen Raum

Talk nach der Vorstellung am So 28/09

Credits:

Von Maria Hassabi

Mit Biba Bell, Hristoula Harakas, Maria Hassabi, Robert Steijn & Andros Zins-Browne
Dramaturgie Scott Lyall
Ausstattung threeASFOUR
Tondesign Alex Waterman
Lichtdesign Zack Tinkelman & Maria Hassab


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