Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Maria Hahnenkamp


Die Künstlerin ergründet das fotografische Dispositiv in seiner ursprünglichen Funktion, die auf die Camera obscura beziehungsweise Lochkamera zurückgeht und eine gezielte Wahrnehmung zur Herstellung von Bildern erzeugt, die seit der Antike zu einer perspektivischen Sichtweise, vorerst für Gemälde und schließlich auch für fotografische Ansichten diente.

Maria Hahnenkamp gehört zu jener Generation von Künstler*innen, deren Arbeit bereits grundlegend von feministischen Debatten geprägt ist. Ihre Untersuchung der Fotografie und fotografischer Bildpolitiken ist somit zugleich eine Untersuchung von Bildtypologien des Weiblichen. Dabei geht es ihr nicht um Gegenbilder, sondern um eine Art Freilegung der strukturellen Gewalt fotografischer Bilder selbst. Der weibliche Körper erhält zumeist eine lediglich minimale bildliche Anwesenheit – die Künstlerin vollzieht eine ästhetische Intervention, die zugleich den weiblichen Körpern auferlegten Beschränkungen von Repräsentationen auf der Spur ist.

Zwischen Abwesenheit und Präsenz, Form und Fragmentierung, Fülle und Leere, Text und Ornamentik setzt die Künstlerin eine Dialektik des Visuellen in Gang, die einer Dialektik der Repräsentation des Weiblichen entspricht: Der weibliche Körper ist zugleich sichtbar und unsichtbar, unerreichbar und übercodiert, freigesetzt und reguliert.


Vergangene Termine