Jazz

Maria Bill - Bill bringt Weill


Seit ihrer Darstellung der ‚Anna‘ in „Die sieben Todsünden“ am Wiener Volkstheater, ist Maria Bill fasziniert und begeistert von den Werken des Komponisten Kurt Weill, von der Vielfalt seiner Tonsprache, die auf Elemente aus Jazz, Ballade, Moritate und Kabarettchansons greift, von seinem Gespür für den musikalischen Zeitgeist, für rebellisches, experimentelles Theater und atonale Musik. Ihr neues Programm „I'm a stranger here myself“ zeichnet den Schaffensweg des genialen Instrumentalkomponisten, Songschreibers und Weltbürgers.

Als Sohn eines Kantors in 1900 Dessau geboren, wächst Kurt Weill in der deutschen spätromantischen Musiktradition auf. Die Begegnung mit Bertolt Brecht im Berlin der 1920er und 30er Jahre lenkt sein Schaffen in neue Bahnen. Gemeinsam mit Brecht, dem kongenialen Autor mischt er das Musiktheater auf und treibt sein Publikum mit seinen sinnlichen, aber ungewohnten Tonfolgen zwischen begeisterter Hysterie und Skandal- schreiender Empörung hin und her.

Auf den Bruch mit Brecht folgt die Flucht vor der nationalsozialistischen Diktatur. Seine Partituren landeten auf dem Scheiterhaufen der Nazis. Über Paris, wo eine letzte eine Zusammenarbeit mit Brecht und Lotte Lenya „Die sieben Todsünden“ entstand, führt ihn sein Weg nach New York. Virtuos nutzt er die kulturelle Vielfalt des ‚american way of life‘ und findet auf seinem Spezialgebiet, dem Musiktheater, zu seinen enormen, bisher schlummernden musikalischen Möglichkeiten. Er heiratet die Sängerin Lotte Lenya zum zweiten Mal, liebt den Broadway, taucht in das Genre Musical ein, beglückt die Menschen mit herrlichen Melodien und gilt heute als Missing Link zwischen George Gershwin und Leonard Bernstein. Brecht hielt gar nichts vom neuen Weill. Der aber hatte eine andere Devise: "Es gibt kein Unterschied zwischen U- und E-, zwischen Unterhaltungs- und ernster Musik. Sondern nur zwischen guter und schlechter Musik."


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