Tanz

Marcelo Evelin/Demolition Inc.


„Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes“. So lautet der erste Satz aus Elias Canettis Werk Masse und Macht, auf den sich Marcelo Evelin mit seinem international akklamierten Stück Suddenly Everywhere is Black with People bezieht.

Fasziniert von den unterschiedlichen Verhaltensweisen und Bewegungsmustern in verschiedenen Kulturen übersetzt der brasilianische Choreograph Canettis Gedanken in ein sinnlich erfahrbares Kunstwerk. Dafür schickt er fünf Tänzer in einen mit Lichtkordeln abgezirkelten, dunklen Raum und lässt Publikum und Interpreten hautnah aufeinander treffen. Auf beunruhigende Weise nähern sich die nackten Körper zu bedrohlichen Klängen: leise stöhnend und heftig atmend, trippelnd und stampfend, als suchendes Individuum oder formiertes Kollektiv. Die Zuschauer sind unablässig mit einer amorphen Masse konfrontiert, einem kaum zu entwirrenden Menschenknäuel, das ein fragiles Spiel um Nähe und Distanz inszeniert. Und das die Begegnung mit dem Fremden auf explizite Weise physisch und psychisch erfahrbar macht.

„Meine Arbeit findet an jenem Punkt statt, an dem Brasilien und Europa aufeinandertreffen, das Äußerliche auf das Innerliche“, beschreibt der 53-jährige Marcelo Evelin sein künstlerisches Credo. Nun gastiert er mit seiner Erfolgsproduktion zum ersten Mal in Österreich und bei der Sommerszene.

60 Min.
nur Stehplätze

Kreation und Performance: Daniel Barra, Tamar Blom, Sérgio Caddah, Jell Carone, Marcelo Evelin, Andrez Lean Ghizze, Wilfred Loopstra, Hitomi Nagasu, Márcio Nonato, Tulio Rosa, Rosângela Sulidade, Sho Takiguchi, Loes Van der Pligt, Regina Veloso


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