Vortrag · Diverses

Marcel Prawy - Vater des Broadway-Musicals in Wien - Ein Abend mit Christoph Wagner-Trenkwitz


Die meisten kennen ihn als den Opernführer der Nation, nur wenige wissen, dass Marcel Prawy nach dem Zweiten Weltkrieg das Broadway Musical nach Wien an die Volksoper brachte und auch die ersten deutschen Übersetzungen der amerikanischen Kassenschlager organisierte. Geboren wurde Marcell Horace Frydmann, Ritter von Prawy 1911 in Wien. 1938 rettete der prominente Sänger Jan Kiepura dem jüdisch stämmigen Prawy das Leben, indem er ihn als persönlichen Sekretär in die USA mitnahm. 1946 kehrte Prawy als US-Kulturoffizier nach Österreich zurück. Von 1952 bis 1955 brachte er als Moderator und Conférencier unter der Patronanz der US Information Services Branch (ISB) Musical-Shows in Wien zur Aufführung, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden. 1955 wurde Marcel Prawy zum Chefdramaturgen der Wiener Volksoper ernannt, und versuchte das in Wien vollkommen unbekannte Genre Musical im Spielplan zu integrieren, was ihm trotz heftigstem Widerstand seitens der Belegschaft der Volksoper auch gelang. Das Musical ”Kiss me Kate” war 1956 einer seiner großen Erfolge und die erste Musical-Produktion in Kontinental-europa überhaupt. Es folgten ”Wonderful Town”, ”West Side Story” seines persönlichen Freunds Leonard Bernstein sowie ”Annie get your gun”, ”Porgy and Bess”, ”Show Boat” u.a. 1972 wurde er als Dramaturg an die Wiener Staatsoper berufen, blieb jedoch nach wie vor seinem Faible für das Musical treu. In Musical-Shows, Rundfunk- und Fernsehsendungen stellte er auch weiterhin sein profundes Wissen über die (Kultur)Geschichte des amerikanischen Musicals, dessen Komponisten, Librettisten, ProtagonistInnen, als Produzent, Präsentator und Conférencier zur Verfügung. Marcel Prawy starb am 23. Februar 2003 und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof bestattet.

Christoph Wagner-Trenkwitz ist heute Chefdramaturg der Volksoper Wien und ein profunder Kenner der Arbeit Marcel Prawys: Er ist Co-Autor (gemeinsam mit Thomas Trabitsch) von „Glück, das mir verblieb”, der Ausstellungskatalog zur Marcel Prawy-Ausstellung (2002) im Österreichischen Theatermuseum und mit

„Es grünt so grün… – Musical an der Volksoper” hat er 2007 ein Standardwerk geschaffen, das die Musical-Metropole Wien im Geiste Marcel Prawys zeigt. Regelmäßig moderiert Christoph Wagner-Trenkwitz die Radio Übertragung des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker und ist auch einer der TV-Kommentatoren des Wiener Opernballs. Er plant, schreibt, gestaltet und präsentiert Werke und Persönlichkeiten der Oper, Operette und des Musicals und entwickelt auch musikalische Specials für Hörfunk und TV, die er selbst präsentiert.

Im Rahmen seiner Präsentation im Jüdischen Museum wird Christoph Wagner-Trenkwitz auch Film- und Videoausschnitte präsentieren, die er in Zusammenarbeit mit Ausstellungskurator Alfred Stalzer ausgewählt hat.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Stars of David. Der Sound des 20. Jahrhunderts“.

Einlass 18:45 Uhr
Eintritt frei

Foto (c) Volksoper Wien


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