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Ausstellung: Wissen

Mangel - Hunger - Tod


Die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 markiert den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Dieses traumatische Ereignis kostete Millionen Menschen das Leben. An seinem Ende stand ein Kontinent, der in vielfacher Beziehung mit dem "Alten Europa" nicht mehr zu vergleichen war.

Von Anfang an veränderte dieser erste "totale Krieg" das Leben der Wiener Bevölkerung dramatisch. Die naive Hoffnung der einrückenden Soldaten auf einen kurzen Krieg erfüllte sich nicht. Die Zivilbevölkerung war mit massiven Preissteigerungen der Grundnahrungsmittel und Transportproblemen konfrontiert. Es waren auch nicht die gefallenen oder vermissten Wiener, sondern die indirekten Opfer des Krieges, die Wien zum großen demografischen Verlierer unter den europäischen Großstädten machte. Die sich während des Krieges verschärfende Versorgungskrise schwebte wie ein Damoklesschwert über der Zwei-Millionen-Metropole. Sie sorgte bei einer mehrheitlich ohnehin unterernährten Bevölkerung für Hunger, Apathie, Tod.

In den letzten beiden Kriegsjahren nahm die Verbreitung von Mangelkrankheiten wie Lungentuberkulose, Nierenentzündung, Darmkatarrh, Blutarmut, Rheumatismus, Herzkrankheiten und Ödeme enorm zu. Es kam zu einem starken Anstieg der Sterblichkeit. Zum allem Überdruss erreichte im September 1918 die fälschlich als "Spanische Grippe" bezeichnete Influenza-Pandemie Wien. Die Notlage wurde dadurch zusätzlich verschärft.

Die Bilanz des Krieges fiel insgesamt deprimierend aus. Nachträglich durchgeführte Erhebungen erbrachten eine Zahl von insgesamt 22.136 Wiener "Kriegstoten". Eine fast doppelt so große Zahl Wiener Soldaten überlebte den Krieg nur mit schweren Verletzungen. Die kriegsbedingte Übersterblichkeit lag nach zeitgenössischen Schätzungen bei rund 40.000 Zivilpersonen. Die Lebenserwartung der Überlebenden des Krieges sank in allen Altersstufen um rund vier bis sechs Jahre. Besonders schlimm traf es die Insassen der Versorgungs- und Siechenhäuser, die außer der zugeteilten Tagesration keine Chance auf Aufbesserung hatten. Betroffen war auch die heranwachsende Jugend, die nach Körpergröße und Gewicht auf die Maße ihrer Altersgenossen des späten 18. Jahrhunderts zurückgefallen war. Der Sozialdemokrat Otto Glöckel sprach bereits 1917 im Parlament von einer "verlorenen Generation".


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