Vortrag · Literatur

Maly Trostinec - Das Totenbuch


Menschen aus vielen Teilen Europas wurden in Maly Trostinec von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs umgebracht. Aber an keinem anderen Ort sind mehr Österreicher und Österreicherinnen als Opfer der Shoa von den Nationalsozialisten ermordet worden wie in Maly Trostinec.

Nach der Konferenzdokumentation „ Ermordet in Maly Trostinec. Die österreichischen Opfer der Shoa in Weißrussland“ legt Waltraud Barton mit „Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben“ einen zweiten Band wider das Vergessen der Toten von Maly Trostinec und der dort begangenen Verbrechen der Nationalsozialisten vor. Im zentralen Kapitel „Den Toten ihre Namen geben“ erhalten die 10 000 zwischen November 1941 und Oktober 1942 aus Wien als jüdisch verfolgten Österreicher und Österreicherinnen das, was ihnen bis heute in Maly Trostinec fehlt: einen Grabstein.

Waltraud Barton, geb. 1959, lebt und arbeitet als Schauspielerin, Kulturmanagerin und Mediatorin in Wien. 2010 gründete sie den Verein IM-MER (Initiative Malvine – Maly Trostinec erinnern), weil in Maly Trostinec nichts an ihre dort von den Nationalsozialisten ermordeten Verwandten erinnert. Um Maly Trostinec und die dort begangenen Verbrechen im kollektiven Gedächtnis Österreichs zu verankern, veranstaltet sie seither regelmäßig Gedenkreisen nach Maly Trostinec, organisiert Konferenzen wie 2011 „Maly Trostinec erinnern“ und hält Vorträge in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.

Zum Totenbuch: Waltraud Barton (Herausgeberin) und Reinhard Deutsch (Verleger Edition Ausblick)

Zu den Deportationslisten im österreichischen Staatsarchiv: Hubert Steiner (Österreichisches Staatsarchiv)

Lesung aus dem Totenbuch: KS Elisabeth Orth

Musikalischer Rahmen: Martin Rummel

Einlass 18:15 Uhr

Eintritt frei


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