Diverses · Literatur

Maja Haderlap - Engel des Vergessens



Reihe Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Vortrag: Karl Wagner
Anschließend Gespräch mit Klaus Kastberger

Maja Haderlaps Roman "Engel des Vergessens" (Wallstein) ist gleich mehrfach spät gekommen: Es ist 2011 das Prosadebüt einer Autorin von 50 Jahren, angesehen als Lyrikerin, Dramaturgin und Redakteurin. Die Rekonstruktion ihrer Dorf- und Familiengeschichte ist die literarisch präzise Ethnographie einer slowenisch-kärntnerischen Kindheit im Zeichen von Tortur, Verfolgung und Widerstand – gegen den Nationalsozialismus und die fortgesetzten Erniedrigungen im Alltag nach 1945. Ein – spätes – Grundbuch also auch für die literarische und politische Alphabetisierung Österreichs, traurig, zornig und zart. In der Reihe der österr. Provinz-Romane mit scheiternden männlichen Protagonisten ist Engel des Vergessens aber auch ein später „Selbstversuch“, wie man als Frau unter solchen Diskriminierungen überhaupt zu einer Bildung kommen kann. (Karl Wagner)

Karl Wagner, geboren 1950, bis 2015 Germanist an den Universitäten Wien und Zürich.

In Kooperation mit Alte Schmiede Wien und StifterHaus Linz