Kunstausstellung

Mähren: Bauten Menschen Wege


Die neue Ausstellung der Reihe „Architektur im Ringturm“ setzt seine Reise fort und macht diesmal in der Tschechischen Republik und ihrer historisch bedeutsamen Region Mähren halt.

In „Bauten • Menschen • Wege“ werden Personen dargestellt, die aus Mähren kamen und später in der Hauptstadt der Habsburgermonarchie oder sogar weltweit Erfolg hatten. Sie zählen noch heute zu wichtigen Vertretern der Wiener Kultur um 1900.

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, aus Friedberg (Příbor) ist die wohl international bekannteste dieser Persönlichkeiten. Der Architekt und Designer Josef Hoffmann stammte aus Pirnitz (Brtnice) und der Architekt Adolf Loos aus Brünn (Brno). Der österreichische Komponist Gustav Mahler bewahrte ein Leben lang enge Verbindungen nach Iglau (Jihlava), wo er aufgewachsen war. Seine Eltern und zwei seiner Geschwister liegen dort am alten jüdischen Friedhof begraben. Karl Renner und Adolf Schärf, beide Präsidenten der Zweiten Republik, kamen aus Nikolsburg (Mikulov), wo sie das Gymnasium absolvierten.

Max Eisler, berühmter Kunsthistoriker und Wiener Universitätsprofessor der Zwischenkriegszeit, kam aus Boskovitz (Boskovice). Julius Tandler, Arzt und Politiker, wurde in Iglau (Jihlava) geboren. Die Familie des früheren Bundeskanzlers Bruno Kreisky kam aus Kaunitz (Dolní Kounice), mütterlicherseits aus Trebitsch (Třebíč). Edmund Husserl, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts sowie der Industrielle und Erfinder der Kontaktlinsen, Otto Wichterle, kamen beide aus Proßnitz (Prostějov).

Gleichzeitig stellt die über Generationen beobachtbare Bewegung vom äußersten Osten der Monarchie über Mähren in Richtung Hauptstadt einen Weg dar. Mähren diente oft als Zwischenstation von der Peripherie Galiziens oder der Bukowina ins Zentrum des Reiches.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt
(an Feiertagen geschlossen)

Eröffnung:
Dienstag, 22. Juli 2014, 18:30 Uhr (Einlass nur mit Einladung)


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