Theater

Madame Bovary


Der 1857 als Buch und ein Jahr zuvor in Fortsetzungen in der Revue de Paris erschienene Roman Madame Bovary, an dem Flaubert von 1851 bis 1856 unermüdlich arbeitete, geht auf eine wahre Begebenheit zurück: den Selbstmord der Delphine Delamare.

Als eifrige Leserin der Revue de Paris, lese ich dort seit der ersten Veröffentlichung Ihr in seiner Wahrheit so ergreifendes Drama mit dem Titel Madame Bovary. Ich habe gleich bemerkt, dass Sie ein Meisterwerk an Echtheit und Wahrheit geschrieben haben. Ja, das sind genau die Sitten jener Provinz, in der ich geboren bin, in der ich mein Leben verbracht habe. Ich habe sie gleich erkannt und ins Herz geschlossen, als hätte ich eine neue Freundin gefunden. Ich habe mich so sehr mit ihrem Leben identifiziert, dass mir schien, es beträfe sie und mich! Nein, diese Geschichte ist keine Erfindung, es ist die Wahrheit, diese Frau hat existiert, Sie müssen ihr Leben, ihren Tod, ihre Leiden mitangesehen haben. Das ist die Moral, die daraus folgt: die Frauen müssen sich an ihre Pflichten halten, was es auch koste. Schließlich ist es doch tausendmal besser, zu leiden, indem man seine Pflicht erfüllt.
Marie-S. Leroyer de Chantepie an Gustave Flaubert

Mit einer Leserin wie Ihnen, Madame, und auch noch einer so sympathischen, ist Offenheit eine Pflicht. Ich werde also Ihre Fragen beantworten: an Madame Bovary ist nichts Wahres. Es ist eine vollkommen erfundene Geschichte; ich habe weder etwas von meinen Gefühlen, noch von meinem Leben hineingebracht. Und dann muss die Kunst sich auch über die persönlichen Regungen und nervösen Empfindlichkeiten erheben! Es wird Zeit, ihr durch eine unerbittliche Methode die Präzision der Naturwissenschaften zu verleihen!
Gustave Flaubert an Mademoiselle Leroyer de Chantepie

Der 1857 als Buch und ein Jahr zuvor in Fortsetzungen in der Revue de Paris erschienene Roman Madame Bovary, an dem Flaubert von 1851 bis 1856 unermüdlich arbeitete, geht auf eine wahre Begebenheit zurück: den Selbstmord der Delphine Delamare, die einer Zeitungsnotiz zufolge in dem normannischen Dorf Ry – nicht weit von Rouen – mit einem unbedeutenden Landarzt verheiratet war, die Ehe brach, Schulden machte und sich 1848 vergiftete.

Besetzung:
Regie
Anna Bergmann
Bühnenbild
Katharina Faltner
Kostüme
Lane Schäfer
Musik
Heiko Schnurpel

Dramaturgie
Ulrike Zemme

Licht
Manfred Grohs


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