Oper

Madama Butterfly


Tragödie als Meisterwerk der Oper – „Madama Butterfly“ berührt auch nach über einhundert Jahren die Herzen der Menschen. Als intensives Kammerspiel zeigt das spielfreudige Ensemble in der KRYPTA tief unter der Peterskirche das schmerzhafte Leiden der in ihrer Liebe so einsamen Cio-Cio-San bis zu ihrem ausweglosen Tod.
Reduziert auf die Kernstücke der Oper entspinnt sich in dieser nur leicht gekürzten Fassung ein unerträgliches Ringen um Hoffnung bis zum unvermeidbaren Ende. Mit Klavierbegleitung erklingt „Madama Butterfly“ gerade so, wie der Komponist sein Werk selbst zum ersten Mal erlebte – unverfälscht, direkt und intensiv. Die Künstler agieren ohne störende Trennung mitten vor und unter dem Publikum. Dieses wird so stumm Teil der Aufführung und erlebt Oper in purer Quintessenz.
Giacomo Puccini verstand es wie kein anderer, lebensnahe Gefühle über seine berühmten Arien auszudrücken. Inspiriert von seiner Neugier auf alles Exotische und angeregt durch sein feines Gespür für die menschliche Natur schrieb er ein Werk von unsterblicher Schönheit. Tatsächlich steckt in vielen seiner weiblichen Charaktere ein Stückchen Wahrheit. Manche Rollen entsprechen Frauen, die er kannte und denen er so ein unsterbliches Denkmal setzte.
Die KRYPTA mit ihren lediglich 50 Sitzplätzen bietet Kennern wie Neueinsteigern neue Zugänge zu bekannten Opernwerken. Ohne störende Trennung verschmelzen Künstler und Gäste zu einer Einheit, die einzigartigen und persönlichen Musikgenuss garantiert.

Handlung:
Pinkerton, ein amerikanischer Leutnant, geht während seines Urlaubs in Japan eine für ihn aufkündbare Ehe mit der jungen Geisha Cio-Cio-San ein, deren Liebe für ihn aufrichtig ist. Der Konsul Sharpless warnt Pinkerton, das Mädchen ins Unglück zu stürzen. Sie wechselt für ihn ihre Religion und wird von ihrer Familie dafür verflucht. Einzig ihr frischgebackener Ehemann bleibt ihr als Halt.
Drei Jahre sind seit Pinkertons Rückkehr in seine Heimat vergangen. Cio-Cio-San wartet jedoch noch immer treu und geduldig in ihrem kleinen Häuschen auf ihn. Sharpless sucht sie auf, um ihr den Inhalt von Pinkertons Brief vorzulesen. Dieser hat eine amerikanische Frau geheiratet und kündigt an, mit seiner Ehefrau Japan zu besuchen. Entsetzt präsentiert Cio-Cio-San ihren gemeinsamen Sohn, von dem bisher keiner Kenntnis hatte. Da verkündet ein Kanonenschuss die Ankunft von Pinkertons Schiff. Voller Vorfreude und in der Hoffnung, ihr Ehemann findet den Weg zurück zu ihr, schmückt sie mit ihrer Dienerin Suzuki das kleine Haus mit Blumen. Die gesamte Nacht wacht sie und erwartet den Geliebten.
Zögernd kommt Pinkerton am nächsten Morgen mit Sharpless den Hügel hinauf. Als Suzuki Cio-Cio-San rufen will, entdeckt sie jedoch dessen amerikanische Ehefrau und erfährt, dass sie nur gekommen sind, um Pinkertons Sohn zu adoptieren. Dieser ist zu feige, seiner Ehefrau auf Zeit ins Gesicht zu sehen. Als Cio-Cio-San die fremde Frau erblickt, begreift sie die schreckliche Wahrheit. Sie willigt ein, dem Vater das Kind zu überlassen und verabschiedet sich inniglich von ihrem Kleinen. Mit dem Dolch des Vaters, dessen eingravierte Worte „Ehrenvoll sterbe, wer nicht mehr in Ehren leben kann“ sie sich einprägt, begeht sie Selbstmord.

Giacomo Puccini

Cio-Cio-San - Maria Helienek
Suzuki - Celia Sotomayor
Benjamin Franklin Pinkerton - Sergio Tallo-Torres
Sharpless - Joel A. Wolcott
Musikalische Leitung - Ekaterina Nokkert


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