Oper · Theater

Macbeth im Theater an der Wien


Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Inszenierung: Roland Geyer
Ausstattung: Johannes Leiacker
Licht: Bertrand Killy
Video: David Haneke

FASSUNG 1865 (11./ 15. / 22. / 24. November 2016)
Macbeth: Roberto Frontali
Lady Macbeth: Adina Aaron

FASSUNG 1865 MIT FINALE 1847 (13./ 17. / 20. November 2016)
Macbeth: Plácido Domingo
Lady Macbeth: Davinia Rodriguez
Banco: Ildebrando D’Arcangelo
Dama di Lady Macbeth: Natalia Kawalek
Macduff Arturo: Chacón-Cruz
Malcolm, figlio di Duncano: Thomas David Birch*
Medicodomestico di Macbeth: Andreas Jankowitsch

Wiener Symphoniker
Arnold Schoenberg Chor (Ltg.: Erwin Ortner)
Neuproduktion des Theater an der Wien

Macbeth, die erste Auseinandersetzung Giuseppe Verdis mit einem Drama von William Shakespeare, entstand 1846/47 im Auftrag des Teatro della Pergola in Florenz. Schnell war Verdi klar, dass diese außergewöhnliche Vorlage neue Ideen von ihm erforderte, und er schuf eine damals ungewöhnliche Konstellation: Die Titelfigur ist ein Bariton, kein Tenor; die Handlung zeigt keine Liebesgeschichte, sondern die Korrumpierung des Menschen durch Machtstreben und die Dynamik, die sich dadurch verhängnisvoll zwischen Macbeth und seiner Frau entwickelt. Trotz der Traditionsbrüche, die Verdi mit dieser Oper wagte, wurde sie schon bei der Uraufführung ein überwältigender Erfolg. Verdi stellte in Macbeth das erste Mal den dramatischen Ausdruck über den Schöngesang, er forderte von seinen SängerInnen, ausdrucksvoll zu deklamieren, die Lady sollte eine „raue, erstickte, hohle Stimme“ haben – wenn dabei zuweilen der richtige Ton nicht getroffen werden konnte, war Verdi das egal. Mit Macbeth setzte er sich deutlich von der damals herrschenden romantischen Oper ab und präsentierte thematisch und in der Darstellung der Psyche der Figuren ein geradezu realistisches Musiktheater. Für Paris besorgte Verdi 1865 eine stark geänderte Fassung, die insbesondere eine völlige Umarbeitung des Finales bedeutete.

General Macbeth wird von einigen Hexen geweissagt, dass er Than von Cawdor und dann König von Schottland sein werde. Als Boten die Nachricht bringen, König Duncan hätte Macbeth zum Than von Cawdor ernannt, beschließt Lady Macbeth, dass der zweite Teil der Prophezeiung auch baldigst wahr werden sollte, und treibt ihren Mann an, den König zu ermorden. Macbeth vollzieht den Mord, als Duncan bei ihnen zu Gast ist, und macht sich zum König. Als Mörder diffamiert er Duncans eigenen Sohn Malcolm. Obwohl Macbeth und seine Frau von ihrem Gewissen gequält werden, halten sie mit blutiger Gewalt an der Macht fest. Malcolm greift den Usurpator an, um den Thron zurück zu gewinnen. Wieder erscheinen Macbeth die Hexen. Sie sagen ihm, dass keiner ihn besiegen könne, der von einem Weib geboren wurde, und dass er erst besiegt werden könne, wenn der Wald von Birnam gegen ihn vorrücke. Macbeth wähnt sich sicher. Aber bald sieht er den Wald wahrhaftig gegen ihn antreten: Malcolm hat sein Heer mit Ästen und Buschwerk getarnt. Getötet wird Macbeth letztlich von Macduff – der durch Kaiserschnitt zur Welt kam, also „nicht von einem Weib geboren wurde“.


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