Literatur

Lydia Davis: Can´t and won´t/Kanns nicht und wills nicht


Lydia Davis zählt zu den originellsten und einflussreichsten Schriftstellern der USA. Sie ist eine Erzählerin mit ungewöhnlicher emotionaler Schärfe, formellem Einfallsreichtum und der Fähigkeit, uns genau dort festzuhalten, wo wir uns mental oder seelisch zu entgleiten drohen. Jetzt kommt die Autorin, die besonders für ihre Kurzgeschichten bekannt ist, erstmals nach Salzburg! Moderation: Sabine Coelsch-Foisner, dt. Lesung: Christiane Warnecke.

„Kanns nicht und wills nicht“ (2014, Droschl Verlag; org. „Can‘t and Won‘t“, 2014, übersetzt von Klaus Hoffer) nennt sich der neueste Erzählband von Lydia Davis. Ihre Geschichten sind manchmal buchstäbliche Einzeiler; oder es sind lange, geduldige Beobachtungen von Kühen im Laufe eines Winters vom Küchenfenster eines Landhauses aus. Die Stories der US-Amerikanerin können aber auch Träume sein, Beschwerdebriefe (an Tiefkühlerbsenproduzenten und an Autoren von Buchhändler Werbebroschüren) oder Erzählungen, die aus den Briefen Flauberts kondensiert wurden.

Lydia Davis schreibt mit großer Präzision, mit Witz und Intelligenz und einem geschärften Blick für die Unerfreulichkeiten des täglichen Lebens. Da sie nichts als gegeben hinnimmt, überschreitet sie auch ständig die Grenzen der literarischen Konventionen, der Genres und Gepflogenheiten – und das macht ihr Werk zu einer Fundgrube für überraschende Entdeckungen.

Lydia Davis, am 15. Juli 1947 in Massachusetts geboren, lebt in der Nähe von New York. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit lehrt sie Kreatives Schreiben an der Universität und übersetzt aus dem Französischen („Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust). Publikationen in dt. Übersetzung u.a.: „Fast keine Erinnerung“ (Stories, 2008), „Das Ende der Geschichte“ (Roman, 2009) und „Formen der Verstörung“ (Erzählungen, 2011). 2013 erhielt sie für ihr Gesamtwerk den Man Booker International Prize.


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