Kunstausstellung

Luzia Margan - notwithstanding


La Ruta de la Amistad (edt. Die Straße der Freundschaft) ist ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum entlang einer 17 km langen Autobahnstrecke in Mexico- City, bestehend aus 22 großformatigen Skulpturen von 22 Künstlern aus aller Welt. Die Ausstellung notwithstanding präsentiert eine aus einer Videoarbeit und verschiedenen Objekten bestehende Installation, welche die Problematik bei Gestaltung und Nutzung von öffentlichem Raum adressieren sowie die Diskussion über ähnliche aktuelle Projekte, bei denen örtliche Gegebenheiten und globale, universelle Wertvorstellungen miteinander kollidieren, eröffnen möchte.

Die Betonskulpturen wurden 1968 als Teil eines Kulturprojekts im Rahmen der Olympischen Spiele geschaffen. Als Folge der Studentenproteste in Mexiko, während der Olympiade, die in einem regelrechten Blutbad endeten, wurde das Unternehmen vorzeitig stillgelegt. Das Skulpturen-Projekt wurde schließlich von der expandierenden Städteplanung geschluckt, was zur Folge hatte, dass diese Arbeiten nahezu unsichtbar wurden.
Der Bau einer zweiten Ebene der Autobahn bedeutete, dass viele der Skulpturen von der Zerstörung bedroht waren. Luis Javier de la Torre González, Präsident und Gründer des Patronato Ruta de la Amistad A.C. startete das komplexe und langwierige Unterfangen einer Rettungsaktion mittels Relokalisierung der Skulpturen und Wiederherstellung des Projektes.
Die Ausstellung notwithstanding präsentiert eine aus einer Videoarbeit und verschiedenen Objekten bestehende Installation, welche die Problematik bei Gestaltung und Nutzung von öffentlichem Raum adressieren sowie die Diskussion über ähnliche aktuelle Projekte, bei denen örtliche Gegebenheiten und globale, universelle Wertvorstellungen miteinander kollidieren, eröffnen möchte.
Die Videoarbeit Rerouting (2015/16) von Luiza Margan entstand in Zusammenarbeit mit Maya Santiago (MEX) und spielt mit den Möglichkeiten, öffentlichen Raum neu zu interpretieren und sich diesem anzunähern – in Anbetracht gescheiterter Utopien der Moderne und drohender historischer Amnesie der sich so rasant entwickelnden Stadt Mexico-City. Diese Aspekte werden im Video aktiv durch die Darstellung der physischen Anstrengungen eines menschlichen Körpers (Maya Santiago) beim Erklimmen von Skulpturen an verschiedenen Verkehrsinseln der Stadt in Angriff genommen. Dem metaphorischen Überwinden der Hindernisse jenes monumentalen historischen Projekts durch den weiblichen Körper sowie der merkwürdigen Stille, die sie umgibt, werden Aufnahmen eines weiteren Körpers gegenübergestellt – jenen einer Betonskulptur, fragil und dem Moment ihrer Umsiedelung an einen neuen Standort ausgesetzt.
Die Videoarbeit wird als Teil einer skulpturalen Installation in den Räumlichkeiten des MUSA zu sehen sein. Sie erforscht die vielen Ebenen von räumlicher Besetzung und Aneignung zwischen Ordnung und Chaos, Einverständnis und Widerstand sowie Geschichte und möglichen Zukunftsvisionen. Luiza Margan

KURZBIOGRAPHIE
LUIZA MARGAN geboren 1983 in Rijeka/HRV | 2009–2013 Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien (Monica Bonvicini), Diplom


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