Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Lutz Bacher More Than This/ Dike Blair Floors/Doors/Windows/Walls


In ihrer mehr als 40-jährigen Laufbahn hat Lutz Bacher ein höchst heterogenes Werk geschaffen, das sich jeder Kategorisierung entzieht. Die US-amerikanische Künstlerin, die seit Beginn ihrer Karriere unter dem männlichen Pseudonym agiert, arbeitet konzeptuell in verschiedenen Medien.

In Fotografien, skulpturalen Arrangements, Videos, Soundarbeiten und raumgreifenden Installationen nutzt Bacher Bilder und Gegenstände, die im kollektiven Gedächtnis verankert und daher leicht abrufbar sind: zum Beispiel Pressefotos von Personen des öffentlichen Lebens, die durch mehrfaches Kopieren ein ästhetisches Eigenleben entwickeln oder Fundstücke aus Altwarenläden, die sie als objets trouvés und Readymades in ihre Installationen integriert, oder stark abgenutzte Baseball-Bälle, Murmeln und Sand. Für ihre Appropriationen bedient sich die Künstlerin alltags- und popkultureller Quellen wie Groschenromane, Pornohefte, Ratgeberliteratur und Paparazzi-Fotos. Nicht nur der menschliche Körper, Sexualität, Macht und Gewalt spielen für ihre Arbeit eine zentrale Rolle, ein wesentliches Interesse gilt auch der bewussten Vermischung von privat und öffentlich.

Seit Anfang der 1980er-Jahre arbeitet Dike Blair konsequent an einer zeitgenössischen Interpretation von Landschaftsdarstellungen und Stillleben, die er in Gouachetechnik ausführt. Seit den 1990er-Jahren schafft er darüber hinaus Skulpturen, die oft im Dialog mit der Malerei entstehen und im Gegensatz zur Malerei eine abstrakte Umsetzung seiner Auseinandersetzung mit formalen Fragen präsentieren.

Blair lässt sich oft von der Atmosphäre von Bars inspirieren – viele seiner Stillleben zeigen Cocktails, Zigaretten und Aschenbecher. Durchscheinende Materialien wie Glas und Wasser in allen möglichen Erscheinungsformen, aber auch Blumen und Augen sind weitere häufige Bildsujets. Blairs Malweise lehnt sich am Fotorealismus an, ohne hyperrealistisch sein zu wollen. Der malerische Duktus bleibt in seinen Gemälden, die meistens einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit beleuchten, erhalten.


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