Vortrag

Luise F. Pusch - Die Männersprache als komische Alte


Für die Sprachwissenschaftlerin und Begründerin der feministischen Linguistik in Deutschland ist die Männersprache seit Jahrzehnten eine Fundgrube für bissigen Witz und hintersinnigen Humor. Luise F. Puschs sprachkritische Kommentare nehmen die täglichen verbalen Zumutungen zum Ausgangspunkt und sind durch Tiefenschärfe und kreativen Zündstoff gekennzeichnet.

Pusch analysiert nicht nur die Betrüblichkeiten der Männersprache, sondern macht darüber hinaus konkrete Vorschläge für deren kraft- und lustvolle Überwindung, für die "Feminisierung der Welt". Zu Gast im Posthof wird sie aus ihren über 400 Glossen die lustigsten vortragen und kommentieren. Motto: Wenn wir der Männersprache unsere Aufmerksamkeit schenken, sieht sie bald alt aus, und komisch sowieso.

Prof. Dr. Luise F. Pusch, geboren 1944 in Gütersloh, hatte die Substantivierung von Verben im Englischen und Deutschen und das italienische Gerundiv erforscht, bevor sie anfing, Absurditäten und Wertungen der Bezeichnungen für Männer und Frauen systemlinguistisch nachzuweisen. Während ihre Aufsatz,- Vortrags- und Glossensammlungen "Das Deutsch als Männersprache", "Alle Menschen werden Schwestern" und "Die Frau ist nicht der Rede wert" bei Suhrkamp zu wissenschaftlichen Bestsellern wurden, wurde sie wegen ihrer Forderung nach einer "bequemen und gerechten Sprache" von der deutschen Uni-Linguistik geächtet.

Als freie Autorin untersucht sie von ihrem Wohnort Hannover aus am virtuellen Institut für feministische Biografieforschung (Opens external link in new windowhttp://www.fembio.org/) weibliche Lebenswege: Zu den Früchten dieser Arbeit gehören die Porträt-Anthologien "Wahnsinns-Frauen" und "Berühmte Frauen" sowie der "Frauen-Kalender". In Glossen beschreibt sie die Geschlechter-Paradoxien der Alltags- und Mediensprache - zuletzt "Die Eier des Staatsoberhaupts" (2008), "Der Kaiser sagt Ja" (2009), "Deutsch auf Vorderfrau" (2011), "Die dominante Kuh" (2013) und "Gerecht und Geschlecht" (2014).

Moderation: Mag.a Stephanie Abena Twumasi
(GF PANGEA. Werkstatt der Kulturen der Welt)

Eine Veranstaltung von Forum Feministische Zukunft, FIFTITU% und Posthof
http://www.posthof.at/denkzonen
http://www.luisepusch.de/


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