Theater

Luft aus Stein


Im Zentrum von Luft aus Stein steht die Frage Wie lebe ich und wo gehöre ich hin? Anhand dreier Generationen einer Familie entfaltet Habermehl ein Panorama europäischer Geschichte, das sich vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart spannt.

Die Figuren ihres Kammerspiels müssen feststellen, dass sich die eigene Biografie nicht von der Familienbiografie loskoppeln lässt, dass manche Traumata so tief gehen, dass sie sich - mangels unmöglicher oder unterlassener Aufarbeitung - auf die nachfolgenden Generationen vererben und neue entstehen lassen. Die Wunden der Vergangenheit - seien sie in den individuellen Lebensläufen oder in der tatsächlichen Geschichte begründet - können sich nicht schließen, weil das heilsame Sprechen über die Geschehnisse nicht stattfinden kann. So sind sie allesamt Verstummte, Versehrte, Verwundete, letztendlich Vertriebene aus Orten der Zärtlichkeit, aus der Heimat.

Sich hier vorwärts bewegen, den Fuß aufsetzen, ist wie versehrtes Gebiet abtasten: die Zerstörung hat sich über die Zeit aus der Welt der Dinge, der Architektur, der Körper, ins Innere verlegt, ins Nicht-Sichtbare. Als hätten wir den äußeren Krieg gegen den inneren Krieg eingetauscht, als wären damit die Körper verschwunden, oder als sinnliches Erlebnis nicht mehr zugelassen, und die Spuren sind jetzt nicht außerhalb von, sondern in uns. (Anne Habermehl)

Regie Anne Habermehl
Bühne / Kostüm Christoph Rufer

Franziska Hackl
Katja Jung
Gideon Maoz
Max Mayer


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