Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Luca Faccio - Common Ground


In der Ausstellung werden ca. 100 Fotoarbeiten sowie mehrere Videoarbeiten aus den Jahren 2007 bis 2013 gezeigt.

Seit dem Waffenstillstandsabkommen von 1953 zwischen Nord korea und den USA sind über 60 Jahre vergangen, dass Korea definitiv geteilt, Familien zerrissen und die kulturelle n Bande zerschnitten wurden. „Derzeit kennen wir vor allem eines, das die beiden Länder gemein haben: die Grenze entlang des 38. Breitengrads“, sagt der in Wien lebende Fotokünstler Luca Faccio, der seit 2005 insgesamt sechs Re isen nach Nordkorea unternommen hat.

Dabei ist es ihm immer wieder gelungen, neben den o ffiziell gestatteten Aufnahmen von Monumenten und Masseninszenierungen auch unbewachte Momente des Privaten festzuhalten: Menschen in der U-Bahn, beim Spaziergang, während der Paraden, porträthaft aus der Nähe inmitten und au ßerhalb der Räume der Repräsentation.

Faccios Blicke neben und hinter die Ku lissen des offiziellen Selbstbildes Nordkoreas führten ihn zur Ergründung der Frage, was von der jahrhundertealten Kulturgeschichte Koreas nach dessen gewaltsamer Teilung im Norden wie im Süden geblieben sein könnte. Lassen sich hinter den die Länder trennenden Fassaden von sozialistisch-militärischer Chuch’e-Propaganda hier und ökonomischer Wachstumsideol ogie da Gemeinsamkeiten finden, die so etwas wie einen „common ground“ beider Nationen bilden?

2013 ging Luca Faccio mit seiner Foto - und Videokamera dieser Frage daher auch in Südkorea nach. In der Ausstellung und in dem sie begleitenden Buch Common Ground zeigt er Bilder von Städten und Landstrichen beider Koreas sowie Fotoporträts ihrer Bewohner, die ihren Entstehungsort für Außenstehende oft nicht zu erkennen geben. Neben- bzw. hintereinandergestellt erblicken wir in diesen Fotoreih en Menschen, die nur über sich selbst etwas aussagen.

„Generell stelle ich den Menschen möglichst vorurteilsfrei in das Zentrum der Betrachtung und lasse vor allem auch die Umgebung sprechen, innerhalb der diese Menschen abgebildet werden“, sagt Luca Faccio über seine Arbeit, mit der er sich nicht allein an die Welt der „schönen Künste“ richten will, sondern die vor allem auch dorthin gelangen sollen, wo er seine Bilder eingefangen hat: zu den Menschen in der Welt. „Daher arbeite ich als Fotokünstler ebenso wie als Pressefotograf auch mit der Absicht und dem Ziel, Pressefot ografie und Fotokunst auf möglichst einen Nenner zu bringen.“

So spiegelt das Foto- und Videoprojekt Common Ground auch keinen Romantizismus wider, der an eine kurzfristig realisierbare konfliktfreie Wiedervereinigung Koreas glaubt. „Ebenso wenig möchte ich den Betrachtern auf jene sozialen und politischen Fragen, die ich mir selbst im Hintergrund st elle, Antworten liefern, sondern vielmehr einen Raum öffnen zum Reflektieren verschiedener Aspekte, die in den Bildern angeschnitten sein können. Eine Prise Ironie darf dabei bisweilen enthalten sein.“

Öffnungszeiten
täglich außer Mo 10 – 18
Do 10 – 21 Uhr


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