Jazz · Diverse Musik

Lost & Found


Renald Deppe, Veranstalter der Strenge Kammer-Reihe Lost & Found stellt Judith Ferstl vor.

Über das gegenseitige Vertrauen und den Mut zum Risiko…

Warum Halbgott sein wollen?
Warum nicht lieber Vollmensch?

Ich habe meinen Schülern niemals eingeredet, ich sei unfehlbar – das hat nur ein „Gesangsprofessor“ nötig – sondern ich habe oft zu sagen riskiert, was ich später widerrufen, Anweisungen zu geben, die sich, angewendet, als falsch herausstellten, die ich später verbessern musste: Mein Irren hat dem Schüler vielleicht nicht genützt, aber kaum viel geschadet; doch dass ich es offen zugab, mag ihm zu denken gegeben haben. Mich aber, der ich Unerprobtes, Selbsterdachtes gab, zwang der bald sich zeigende Irrtum zu neuerlicher Prüfung und besserer Formulierung.
So ist dieses Buch entstanden. Aus den Fehlern, die meine Schüler infolge ungenügender oder falscher Anweisungen machten, habe ich gelernt, die richtige Anweisung zu geben. Hätte ich ihnen bloß gesagt, was ich weiß, dann wüssten sie nur das und nicht mehr. So wissen sie vielleicht sogar weniger. Aber sie wissen, worauf es ankommt: aufs suchen! (Arnold Schönberg, aus „Harmonielehre“, Wien 1922)

Judith Ferstl spielt Kontrabass.
Judith Ferstl ist ein Vollmensch: Eine unermüdlich in allen (musikalischen) Richtungen Suchende: ohne Berührungsängste und aus-, ein & abgrenzende Vorurteile.
Judith Ferstl lebt den Mut zum (musikalischen) Risiko: Als Instrumentalistin & Komponistin versucht sie Gegensätzliches sinnvoll zu integrieren, denkt, lebt und spielt quasi „kontrapunktisch” ohne jemals „kontraproduktiv zu agieren“.
Judith Ferstl sieht sich immer als Teil eines Ganzen: eine stets wohltuend uneitel agierende „kollektiv-kompatible“ Musikerin: so auch in/mit/für/durch die junge Formation Treeoo. Hier entstand nach eigener Aussage: „gegenseitiges Vertrauen, tief verwurzelt – Mut zum Risiko…“

Judith Ferstl & Co. bewegen sich zwischen den unterschiedlichsten musikalischen Spannungsfeldern: musizieren ein „Wechselspiel“ der Ruhe & Energie, verbinden komplexe Rhythmen mit einfachen musikalischen Strukturen, kombinieren komplex auskomponierte Themen mit freier Improvisation. Und wissen (in einer Zeit der fehlerlosen „AlphaAllesKönner“, welche glauben so vieles gefunden zu haben), worauf es ankommt: auf suchen!

„Ich habe immer gesagt: am Anfang ist der Fehler. Wenn alles fehlerlos ist, dann geschieht nichts. Es fängt an, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Dann versuche ich das zu ‘korrigieren’. Daraus entsteht dann etwas. Du musst diesen Punkt finden, wo dich etwas irritiert.“ (Roman Haubenstock-Ramati)

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen: Herzlich Willkommen!

solo: judith ferstl: kontrabass

duo: lucia leena: stimme & judith ferstl: kontrabass

trio: „Threeo“
max tschida: klavier
andreas seper: drums
judith ferstl: kontrabass

(Lost & Found: directed by Renald Deppe)

Eintritt: Pay as you wish!


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