Literatur

Literatur im Nebel


Der britische Schriftsteller Ian McEwan ist Stargast des Waldviertler Literaturwochenendes.

Wer zum ersten Mal nach Heidenreichstein ins obere Waldviertel kommt, nimmt zunächst zwei Dinge wahr: Viel Gegend und ein paar Karpfenteiche. Dass in der 4000-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Gmünd Jahr für Jahr ein spektakuläres Literaturfestival stattfindet, ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Doch die Liste der Literaturstars, die bei "Literatur im Nebel" in Heidenreichstein schon zu Gast waren, ist von Weltrang: Margaret Atwood, Salman Rushdie, Amos Oz oder Jorge Semprún sind in den vergangenen Jahren hierher gekommen. Und es ist gerade die Überschaubarkeit des Ortes, die das Festival zu etwas Besonderem macht: Einen Weltstar wie Ian McEwan sieht man selten aus der Nähe.

Der 66-jährige Brite schafft es, Gesellschaftspolitik und Weltgeschehen stilistisch brillant in Bestsellerformate zu gießen. Nahostkrieg, Terror oder Klimawandel – etwa in "Solar" – McEwan spürt den Nerv der Zeit. So schrieb er mit dem Roman "Honig", der bei uns 2013 erschien, das Buch zur Stunde. Die Welt diskutierte damals über die Überwachung von Telefon- und Internetdaten durch den US-Geheimdienst, und McEwan brachte mit der Biografie einer Agentin ein Buch über staatliche Kontrolltechniken heraus. Er thematisiert virtuos die sexuelle Problematik Jugendlicher ("Der Zementgarten"), stellt sich mit forensischer Genauigkeit den Fragen nach Ehe und Familie und entwirft akribische Gesellschafts-Panoramen. Bücher wie "Abbitte" wurden zu Welterfolgen.

Samstag:
Tagträumer es liest Tobias Moretti

Der Zementgarten es lesen Julia Koschitz, Teresa Präauer,
Manuel Rubey, Ferdinand Schmalz

Paulus Hochgatterer über Ian McEwan

Ian McEwan im Gespräch mit Bettina Hering

Ein Kind zur Zeit es lesen Franziska Weisz, Johannes Zeiler

Liebeswahn es liest Elisabeth Orth

Am Strand es lesen Julia Koschitz, Manuel Rubey

Sonntag:
Saturday es lesen Nicole Beutler, August Zirner

Amsterdam es lesen Herbert Föttinger, Hubsi Kramar

Ian McEwan im Gespräch mit Daniel Kehlmann

Solar es liest Erwin Steinhauer


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