Kunstausstellung

Lisa Holzer - Was trägt Sie?


Lisa Holzer untersucht in ihrem Oeuvre die Struktur des Begehrens ebenso wie die Frage, was ein Bild konstituiert. Neben Fotografien und performativen Gesten ist Schreiben ein wesentliches Element ihrer künstlerischen Arbeit.

Die Texte, die sie mitunter auch als Motiv in ihre Bilder integriert, kommunizieren mit Humor und Wortwitz ihre Ideenwelten, sowie ihr Interesse an Popkultur, Kunstgeschichte, Feminismus, Psychoanalyse und Politik.

Ein wiederkehrender Gegenstand ihrer Farbfotografien sind Lebensmittel. Für die Werkserie „The Party Sequels“ beispielsweise inszenierte sie verschiedenfarbigen Zuckerguss oder formlose Pürees aus Erbsen und Kartoffeln, die mit expressiver Geste auf weißem Hintergrund verschmiert wurden. Die dargestellten Speisen wirken ebenso appetitlich und zuckersüß wie ekelerregend. Ihre Konsistenz und der pastose Auftrag erinnern bewusst an die hehren Gesten monochromer Malerei, die die Künstlerin allerdings durch die Banalität der Motive und die Flachheit der Fotografie geschickt ausbalanciert. Das Spiel mit den medialen Eigenschaften wird durch den Antagonismus von Edition und individueller Setzung erweitert, indem Holzer außen auf dem Glas der Bilderrahmen scheinbar willkürliche Farbtupfer und durchsichtige Tropfen aus Polyurethan aufträgt. Sie bezeichnet die Farbtupfer als ein „Sich-Übergeben“ und die Tropfen als ein „Schwitzen“ der Bilder – eine Form der Personalisierung, die sich auch auf die Rolle der Bilder in der Kunst heute und die Erwartungen, die an sie gestellt werden, bezieht.


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