Tanz · Theater

Liquid Loft - Stand-Alones


Gotisch verlängerte Leiber, virtuos verzerrte Perspektive, im Vakuum verlorene Einzelwesen mit stechendem Ausdruck in den Augen.

Inspiriert von revolutionären Künsten der Form, Linie und Perspektive treten aus einem scheinbaren Vakuum die utopischen Charaktere von Liquid Loft heraus. In einer Zeit der Distanz zelebrieren sie das Körperliche und sparen alles Ornamentale aus. Unerklärliches wird demonstriert und ausagiert, sprachliche Manierismen werden genüsslich seziert.

Wenn die Sinne nicht mehr hinterherkommen, die Umbrüche in der Welt zu verarbeiten, ist auch das Selbstverständliche hinterfragbar, unnatürlich, angreifbar. Schon in den Werken von Schiele, aber auch bei Nietzsche oder Freud, ist die Idee der einmal geformten und festgeschriebenen Person nicht mehr haltbar. Das Individuum wird zum Dividuum, der Körper wird zum letzten Rückzugsort. Erst in schwelenden Stille- und Zeitlupenphasen werden Spuren expressiver Verzerrungen im ihm sichtbar.

Stand-Alones ist eine choreografische und musikalische Komposition aus gleichzeitig performten Soli, die an bestimmten Momenten miteinander synchronisiert und zu einer Polyphonie zusammengeführt werden. Jede Inszenierung beruht auf einer eigenen Musik- Sprach- oder Soundkomposition. Konzipiert für den Museumsraum (Leopoldmuseum Wien, Musée d’Art Moderne Paris) erstrecken sich die "Stand-Alones" nun erstmals über das Areal des Spielbodens inclusive dem Parkhaus.


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