Tanz

Liquid Loft / Chris Haring - Shiny, shiny


Nach The Perfect Garden, einer Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Michel Blazy, ist Liquid Loft mit der neuen Performance-Reihe Imploding Portraits Inevitable wieder zu Gast im Tanzquartier.

Der Spiegel galt immer als Medium der Wahrhaftigkeit und der Täuschung, jemandem vorgehalten, soll er mitunter auch zur Selbsterkenntnis verhelfen. Heute ist es das Smartphone, das mit wenigen Klicks unser äusseres Erscheinen und inneres Wertgefühl reflektiert, bearbeitet, vervielfältigt, versendet und teilt.

Shiny, shiny ... ist der Beginn der neuen Serie von Liquid Loft, in der der heutige Zwang, medial geleitete Selbstoptimierung zu betreiben, mit seinem ureigensten Geschichts-Avatar konfrontiert wird. Prominente, Drag Queens, Models, Kritiker, Kuratoren, Kunstsammler, Poeten: Alle posierten sie für dreiminütige Close-ups ihrer selbst. Hinter der Kamera stand damals Andy Warhol, der mit filmischen Nahaufnahmen ihre intimsten Momente porträtierte.

In der Imploding Portraits Inevitable-Reihe produzieren nachbearbeitete Factory-Wiedergänger ihre eigenen Screentests, ein Vexierspiel aus poppig ausgeleuchteten Totalen und extremen Close-ups. Es scheint, als behaupten Licht und Schatten ihr störrisches Eigenleben zu einer an die Jetztzeit angedockten Velvet-Underground-Rückkoppelung, und ganz hinten vernimmt man Stimmen aus Chelsea Girls. Warhols Exploding Plastic Inevitable hat sich in ein implodierendes Anti-Spektakel verwandelt.

Uraufführung

Liquid Loft wurde 2005 von dem Choreografen Chris Haring zusammen mit dem Musiker Andreas Berger, der Tänzerin Stephanie Cumming und dem Dramaturgen Thomas Jelinek gegründet. In ihren Performances und Installationen verbinden Liquid Loft zeitgenössischen Tanz direkt mit anderen Formen zeitgenössischer Kunst, um ein zusammenhängendes, alles umfassendes Kunstwerk zu schaffen. Ihre eigenwillige visuelle und formale Sprache, ihre unverkennbaren akustischen Bühnengestaltungen und professionelle Tanzproduktion haben Liquid Loft Anerkennung und Preise wie den Goldenen Löwen für die „Beste Performance‟ bei der Biennale 2007 in Venedig eingebracht.

KÜNSTLERISCHE LEITUNG, CHOREOGRAFIE, REGIE: Chris Haring
KOMPOSITION, SOUND: Andreas Berger
TANZ, CHOREOGRAFIE: Luke Baio, Stephanie Cumming, Katharina Meves, Anna Maria Nowak, 
Arttu Palmio, Karin Pauer

LICHTDESIGN, SZENOGRAFIE: Thomas Jelinek
KOSTÜM: Julia Cepp
STAGE MANAGEMENT: Roman Harrer
LICHT ASSISTENZ: Sveta Schwin
VIDEOTECHNIK: Michael Loizenbauer
PRODUKTIONSLEITUNG: Marlies Pucher
DANK AN: Michaela Grill, Mara Mattuschka, Christian Höller für künstlerischen Support


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