Tanz · Theater

Liquid Loft


Gotisch verlängerte Leiber, virtuos verzerrte Perspektive, im Vakuum verlorene Einzelwesen mit stechendem Ausdruck in den Augen. Inspiriert von revolutionären Künsten der Form, Linie und Perspektive treten aus einem scheinbaren Vakuum die utopischen Charaktere von Liquid Loft heraus. In einer Zeit der Distanz zelebrieren sie das Körperliche und sparen alles Ornamentale aus. Unerklärliches wird demonstriert und ausagiert, sprachliche Manierismen werden genüsslich seziert.

Wenn die Sinne nicht mehr hinterherkommen, die Umbrüche in der Welt zu verarbeiten, ist auch das Selbstverständliche hinterfragbar, unnatürlich, angreifbar. Schon in den Werken von Schiele, aber auch bei Nietzsche oder Freud, ist die Idee der einmal geformten und festgeschriebenen Person nicht mehr haltbar. Das Individuum wird zum Dividuum, der Körper wird zum letzten Rückzugsort. Erst in schwelenden Stille- und Zeitlupenphasen werden Spuren expressiver Verzerrungen im ihm sichtbar.


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