Theater

Liliom


Liliom arbeitet als Ringelspiel-Ausrufer bei Frau Muskat, deren Liebhaber er auch ist. Als er sich in das Dienstmädchen Julie verliebt, verlieren beide ihre Anstellung und müssen sich eine neue Unterkunft und neue Arbeit suchen. Bei dem Schnellfotografen Hollunder finden sie Unterschlupf. Doch Liliom ist mit seiner Situation sehr unglücklich und lässt das an seiner Geliebten aus.

Als diese sein Kind erwartet wird ihm klar, dass es so nicht weitergehen kann und er sich um die beiden kümmern muss. Der Kleinkriminelle Ficsur kommt da genau zur richtigen Zeit und bietet eine vermeintliche Hilfestellung: Ein Raubüberfall soll den Weg nach Amerika ermöglichen. Der Plan geht nicht auf und Liliom bringt sich um.

Im Jenseits muss er sich vor einem Selbstmörder-Tribunal rechtfertigen und wird zu 16 Jahren Fegefeuer verurteilt. Danach wird ihm eine zweite Chance angeboten. Er darf auf die Erde zurückkehren und begegnet seiner verwitweten Julie und seiner inzwischen erwachsenen Tochter.

Zum Stück:
Liliom wird manchmal als „Volksstück“ bezeichnet, weil es einfache Menschen und ihr Schicksal in den Mittelpunkt stellt, manchmal als „Gesellschaftsstück“, weil es in der Fokussierung auf das Fehlverhalten und die Charakterschwäche Lilioms auch gesellschaftskritische Züge aufweist, indem es den Egoismus und die Sprachlosigkeit des einzelnen in der Gesellschaft aufdeckt, und gelegentlich auch als „Märchenstück“, weil es einige märchenhafte Elemente enthält, die Zeit und Raum überwinden.

Molnár selbst bezeichnet sein Stück im Untertitel als „Vorstadtlegende“, die in sieben Bildern und einem szenischen Prolog erzählt wird, und nimmt damit die oben genannten Zuordnungen bereits vorweg: Er siedelt die Handlung zunächst im Budapester Stadtwäldchen an, einem Vergnügungspark, der dem Wiener Prater ähnelt, im weiteren Verlauf dann auch im Jenseits und schließlich in einem baufälligen Häuschen in einer engen Budapester Vorstadtgasse. Mit der deutschen Übersetzung durch Alfred Polgar wird die Handlung nach Wien verlagert.

Mit Schaustellern, Dienstmädchen und Dienstmännern führt Molnár Protagonisten ein, die fast alle der Unterschicht entstammen, neben diesen spielen himmlische Gestalten eine Rolle, die Liliom im Jenseits zur Rede stellen.


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