Pop / Rock

Like Elephants/ Dates


Nach der im Vorjahr erschienenen EP „Home“, veröffentlichen Like Elephants nun ihr erstes Album mit dem Titel „Oneironaut“. Von den synthetischen Klängen des Intros „Parasympathikus“ geleitet, taucht man behutsam ein ins Ungewisse. Die Lider werden schwer, der Traum beginnt.

Verhallte Gesangs- und Gitarrenmelodien, umhüllt von wärmenden Synthesizer-Harmonien und einem richtungsweisenden Bass, zeichnen in Symbiose mit einem gnadenlos vorantreibenden Schlagzeug eine Atmosphäre, die neben ihrer Farbenpracht vor allem durch ihre Ambivalenz glänzt. Man durchwandert helle, sonnendurchflutete Wiesen und Felder, um sich einige Augenblicke später in einem dunklen Tal mit den Schatten seines Daseins konfrontiert zu sehen. Ungefähr zur Hälfte des Albums spricht das Lied „Forest“ von einer hektischen, urbanisierten Umgebung. Verwirrt geistert man durch die einschüchternde Kulisse einer bedrohlichen Großstadt, auf der Suche nach dem Wald als Lebensraum, wie man ihn mittlerweile nur noch durch ein trübes Bild in seiner Erinnerung kennt. „We are living in the forest of the ghost“ – Manchen Geistern müssen wir uns erst im Traum stellen. Die einzelnen Titel spielen mit der Phantasie der Zuhörer und erzeugen ein Wechselbad aus melancholischen, euphorisierenden und berauschenden Fragmenten, die stets dazu verleiten das erlebt geglaubte zu überdenken. Kein Traum ist in Stein gemeißelt. Alles kann sich jeden Moment wenden, alles fließt. Das Charakteristische an einem Oneironaut ist, dass er sich seines Träumens bewusst ist und aktiv in das Erlebte eingreifen kann. Er steuert die Eindrücke in die von ihm gewünschte Richtung. Lebensfreude und Melancholie, beides ist nur einen Gedankensprung entfernt. Am Ende wacht man auf, verlässt die Traumwelt und findet sich in der Realität wieder. Doch die nächste Reise kommt bestimmt.

DATES, eine Band im Zeichen des Plural. Eine Verkettung von Begegnungen, Teil einer
langen Suche nach etwas mit Bestand, das einen aus der Kette befreit. Auf ein Date freut
man sich vielleicht, aber bei Dates schwingt auch etwas Druck mit, dass man endlich
fu?ndig wird.
Eine Band, die sich im Suchmaschinen-Zeitalter DATES nennt, läuft Gefahr, in den Weiten
des Netzes unauf findbar zu bleiben. Das wäre freilich schade, denn die drei Herren aus
Wien kredenzen Musik mit dem Hang zum Traumtänzertum. Souverän werden hier
Einflu?sse aus Manchester (Joy Divison, New Order) und Baltimore (Future Islands) mit der
ganz eigenen Note zu einer durch und durch international klingenden Viennese Wave
verwoben, dass die Hörerschaft sich zwischen Synth-Glu?ck, flirrender Gitarre und
Drumcomputer-Himmel gut aufgehoben weiß.
Wilfried Rosteck (Gitarre & Gesang), Peter Görgl (Bass) und Christoph Osztovics
(Synthesizer) setzen ganz auf Atmosphäre. Der Drumcomputer als Fels in der Brandung
einerseits, großzu?gige Hallräume andererseits, bilden das Geru?st fu?r so schwelgerische
wie tanzbare Songs. Diese Musik lädt aber nicht nur zum Tanz, sie bietet daru?ber hinaus
auch die Möglichkeit zur eingehenden Beschäftigung mit großen Themen, welche in den
Texten poetisch bewältigt werden, etwa die Bootsflu?chtlingsdramen. Die Texte,
vorgetragen von einer im besten Sinne unaufdringlichen Singstimme, lassen freilich genug
Interpretationsspielräume offen, die Songs du?rfen zwischen den Textblöcken ausgiebig
atmen. Resonanz ist ausdru?cklich erwu?nscht.


Vergangene Termine