Tanz · Theater

Ligia Lewis - Still not Still


Ligia Lewis’ choreografische Komposition für sieben Performer*innen entwickelt sich aus dem „dark space“ nichtwestlicher und schwarzer Geschichte. Als Reaktion auf diesen Ausschluss aus der Geschichtsschreibung nutzt Lewis Dunkelheit als Ort für kritische Darstellung und Imagination. Dafür bedient sie sich der weitgehend vergessenen Form der „Complainte“ – eine Art Klagelied. Lewis beschwört eine poetische Theatersprache, voll abgründigem Humor und surrealistischen Bildern, die jede Fantasie von historischem Fortschritt erschüttert. So entwirft sie eine Welt außerhalb der Zeit, eine Welt im Stillstand. Kann eine Geschichte voller böser Absichten, Lücken und Löcher, insbesondere für diejenigen, die außen vorgelassen werden, der Vergangenheit überlassen werden? Kann Geschichte, oder eine bestimmte Form davon abgetötet, als Leiche ausgestellt und ihrer Berechtigung entzogen werden? Angesichts der Tatsache, dass Geschichte fehlbar und unzureichend ist – und von ihren Siegern geschrieben wurde ­– stellt sich die Frage, was entstehen könnte, wenn sie zu Grabe getragen wird.


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