Theater

Lichter der Vorstadt im Landestheater Niederösterreich


In seiner Fassung für das Landestheater Niederösterreich verwebt Regisseur Alexander Charim Geschichten und Motive aus Filmen verschiedener Jahrzehnte zu einem Panorama über den allmählichen wie unaufhaltsamen Abstieg der Mittelschicht – und spiegelt darin nicht zuletzt auch jene gesellschaftlichen Dynamiken, die sich hierzulande seit geraumer Zeit beobachten lassen. Den finnischen Kosmos von Aki Kaurismäki finden wir auch in Niederösterreich.

Lichter der Vorstadt
von Aki Kaurismäki
In einer Fassung von Alexander Charim für das Landestheater Niederösterreich.

Die Frauen und Männer, die Aki Kaurismäkis Filmwelten bevölkern, haben sich im Leben eingerichtet, auch wenn es das nicht immer gut mit ihnen meint. Mit beharrlicher Bescheidenheit und ein paar guten Freunden verteidigen sie ihr kleines Glück und ihre letzte Hoffnung darauf. Doch eines Tages geschieht etwas Unerwartetes, Wolken ziehen auf: Das Restaurant, in dem Ilona arbeitet, geht in Konkurs. Lauri wird als Mitarbeiter eines sanierungsbedürftigen Verkehrsbetriebs abgebaut. Der Wachmann Koistinen verliebt sich in eine geheimnisvolle Fremde und wird zum Lockvogel einer Verbrecherbande. Iris, „Haare hell, der Arbeitskittel ebenfalls“, kauft sich um einen Monatslohn ein rotes Kleid, geht tanzen und verbringt eine Nacht mit einem Mann, der sie am nächsten Tag wie eine Prostituierte behandelt. Ob nun ihr Absturz nur von kurzer Dauer ist oder das Schicksal eine folgenschwere Abwärtsspirale in Gang setzt, Aki Kaurismäkis Helden behalten bei allem Verlust ihren unverbrüchlichen Willen und immer ein Quäntchen Stolz.

Dass manchmal sogar ein Neuanfang gelingt, davon erzählt Aki Kaurismäki auch. Mit seinem warmherzigen wie gleichermaßen scharfen Blick auf die Verlierer der freien Marktwirtschaft, die Schwächeren und Ausgebeuteten gilt der finnischen Regisseur Aki Kaurismäki als großer Chronist unserer Zeit. In seiner Fassung für das Landestheater Niederösterreich verwebt Regisseur Alexander Charim Geschichten und Motive aus Filmen verschiedener Jahrzehnte zu einem Panorama über den allmählichen wie unaufhaltsamen Abstieg der Mittelschicht – und spiegelt darin nicht zuletzt auch jene gesellschaftlichen Dynamiken, die sich hierzulande seit geraumer Zeit beobachten lassen. Den finnischen Kosmos von Aki Kaurismäki finden wir auch in Niederösterreich.

Wie auch bei der Nestroy-nominierten Inszenierung Weh dem, der lügt! arbeitet Alexander Charim erneut mit dem Ausstatter Ivan Bazak zusammen. Auf der Bühne ist das gesamte Ensemble des Landestheaters Niederösterreich zu sehen.

mit
Swintha Gersthofer, Pascal Groß, Magdalena Helmig, Christine Jirku, Marion Reiser, Michael Scherff, Othmar Schratt, Lukas Spisser, Tobias Voigt, Jan Walter, Lisa Weidenmüller, Helmut Wiesinger

Regie
Alexander Charim

Ausstattung
Ivan Bazak

Musik
Matthias Jakisic, Wolfgang Schlögl

Kostüme Mitarbeit
Emilia Dubiel


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