Literatur · Diverse Musik

Liao Yiwu - Das menschliche Leben ist immer Fiktion


Liao Yiwu, geboren 1958 in Yanting, Sichuan/China und in den 1980er Jahren einer der bekanntesten Dichter der jungen Generation in China, fiel früh durch seine regierungskritische Haltung auf. Seine Werke sind in der Volksrepublik China seit 1987 verboten.

Im Anschluss an die Niederschlagung der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz am 4. Juni 1989 verfasste er das Gedicht Massaker, für das er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das PEN-Zentrum in China ehrte Liao Yiwu 2007 mit dem Preis Freiheit zum Schreiben, an dessen Entgegennahme er jedoch gehindert wurde.

International bekannt wurde er 2009 mit seinem Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten. Im Sommer 2011 gelang es Liao Yiwu nach Deutschland zu fliehen, wo er seither in Berlin lebt. Der Autor wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Geschwister-Scholl-Preis und 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2012 erschien Die Kugel und das Opium, 2013 Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch.

Einleitung: Wolfgang Popp (Autor und Journalist)
Lesung
Liao Yiwu (D/China) Mein Gefängnis. Mein Tempel.
(dt. Übers. von Martin Winter / 2015)
Lesung der deutschen Übersetzung: Till Firit

Musikalische Begleitung: Liao Yiwu

Gespräch:
Wolfgang Popp und Liao Yiwu
Dolmetscherin: Yeemei Guo


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