Literatur · Theater

Lesung Hermann Beil & Chris Pichler


„Du bist so alt wie die Psychoanalyse. Beide haben mir Sorgen gemacht, aber im Grunde erwarte ich doch mehr Freude von Dir als von ihr ..." schreibt Freud seiner Tochter zum 25. Geburtstag und das trifft den weiten Themenbogen dieser Briefe: Vater - Tochter – Psychoanalyse.

Sie tauschen sich aus über Familienangelegenheiten, den privaten und beruflichen Freundeskreis, Reiseerlebnisse, Fragen der Psychoanalyse und deren Vertreter.
Es sind Zeugnisse von der Alltagskultur einer bürgerlichen Familie in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts und geben Einblicke in das wechselvolle Heranwachsen Annas bis zur weltberühmten Analytikerin, Hüterin und Fortsetzerin des väterlichen Werkes.

Man spürt ihr Ringen um die väterliche Aufmerksamkeit, das Freud kaum bemerkt oder bemerken will. Anna, die jüngste von sechs Kindern, absolviert bereits in jungen Jahren eine Lehranalyse bei ihrem Vater und wird später Pionierin der Kinderanalyse und treu sorgende Pflegerin des schwer kranken Vaters. Die über drei Jahrzehnte währende Korrespondenz macht den durch Anna ausgelösten bedeutsamen Wandlungsprozess Sigmund Freuds und seines Frauenbildes deutlich.
Ein diskretes Zeugnis einer "lebenslangen Bindung", das die charakteristische Verknüpfung widerspiegelt, die das Individuell-Private mit dem Psychoanalytischen verbindet.


Vergangene Termine