Alte Musik · Klassik

Les Surprises de l'Amour


Für die Überraschungen der Liebe war natürlich die Mätresse zuständig. Madame Pompadour wusste den französischen König Louis XV auch mit Musik und Theater zu verführen. Beim bedeutendsten Komponisten des Landes, Jean-Philippe Rameau, gab sie für eine Aufführung in ihrem Théâtre des Petits Appartements eine Ballet-Opéra in Auftrag und beanspruchte die Partie der Venus natürlich für sich.

Rameau schuf mit „Les Surprises de l’Amour“ in bewährter Manier ein musikalisches Fest für die Sinne. In all seinen Theaterkompositionen entzückt er mit einer mitreißenden Mischung aus Airs, Arietten und Tänzen. Das französische Ensemble Les Paladins, das sich nach einer anderen Oper von Rameau benannt hat, streift mit der französischen Sopranistin Sandrine Piau durch Rameaus Reich der Sinne, das oft in der griechischen Mythologie angesiedelt ist. Der Riesensaal wird von Höhepunkten aus Meisterwerken Rameaus wie „Castor et Pollux“, „Platée“, „Les Fêtes de l’hymen et de l’Amour“ und „Les Indes Galantes“ erfüllt sein. Rameau, der Zauberer des Klanges und der Harmonik, wird dabei ein ums andere Mal mit den erstaunlichsten musikalischen Wirkungen überraschen.

Ihre makellose Stimme verleiht den großen Sommerfestivals Glanz: Die französische Sopranistin Sandrine Piau macht Barockmusik zur Speisung für alle. ( …) Unter den Vestalinnen im Soprantempel ist Sandrine Piau eine der leisesten. Wir begegneten ihr schon auf den großen Bühnen der Welt und bei allen wichtigen Festspielen, begleitet von Dirigenten aus der ersten Riege der Barockfexe: Jacobs, Christie, Herreweghe, Rousset, Minkowski, Leonhardt. ( … ) Immer wirkte ihre makellose Stimme wie die beste Freundin – selbstverständlich anwesend. Hört man in diese Stimme aber hinein wie in einen Tunnel, in dem man nach einem Echo forscht, wirkt das Timbre in ihrer artifiziellen Unschuld fast schon mysteriös. Zu der Magie, die Piau unwillentlich verströmt, zählt die Unklarheit, wie alt dieser Sopran sein mag. Hier klingt sie wie ein Backfisch, der unter den ersten Küssen bebt, dort hat sie eine frauliche Reife, die alles erlebt hat und mit edlem Vibrato zurücklächelt. Hier kann sie kichern, da schäkern, dort orakeln, und am liebsten hat sie menschliche Entwicklungen, die in zwei Stunden Oper Kapriolen schlagen oder streng geprüft werden.

Programm:

JEAN-PHILIPPE RAMEAU (1683 – 1764)

Aus der Ballettoper „Les Indes Galantes“: Ouverture

Aus der Ballettoper „Les Surprises de l’Amour“:
Arie des Adonis „Regnè, Amour“
Tänze „Loure“, „Menuet“, „Tambourin“, „Contredanse“

Aus der Ballettoper „Les Fêtes de l’hymen et de l’amour“: Ouverture

Aus der Oper „Castor et Pollux“:
Arien „Tristes apprêts“ und „Brillez, astres nouveaux“

Aus der Oper „Platée“: Chaconne
„Air pour les fous gais, air pour les fous tristes, les gais se mêlent aux tristes“
Rezitativ und Arie „Formons les plus brillants concerts … Aux langueurs d’Apollon“

Aus der Oper „Les Paladins“:
Arie der Argie „Je vole, amour“


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