Theater

Leonce und Lena


Langeweile: Leonce ist von ihr befallen wie von einer Krankheit. Er ist des Prinz-Seins überdrüssig, seiner Geliebten Rosetta ebenso und davon, die Regierung des Reiches Popo zu übernehmen und zu diesem Zweck eine ihm unbekannte Prinzessin Lena aus dem Reiche Pipi zu heiraten, hält er naturgemäß gar nichts.

Gebeugt unter der schweren Last des Müßiggangs und fest entschlossen, niemals ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden, will er sich nicht in das Joch einer verordneten Ehe fügen. Zusammen mit Valerio, einem Meister philosophisch fundierter Faulheit, ergreift er die Flucht. Auch Prinzessin Lena flieht vor der Zwangsehe. Die voreinander Fliehenden begegnen sich aber und erkennen hinter der Melancholie des anderen die verwandte Seele.

Am Hofe Popo wird der amtsmüde König Peter unterdes immer konfuser und verheiratet anstelle von Leonce und Lena zwei Automaten miteinander – in »effigie« – zum Schein. Hinter den beiden Automaten verbergen sich aber Leonce und Lena, die nun – ohne vorher die wahre
Identität des anderen gekannt zu haben, also wider Willen einerseits, der Neigung entsprechend andererseits – ein Paar geworden sind.

Der zwanzigjährige Georg Büchner schrieb sein Lustspiel 1836 für einen Wettbewerb des Verlegers Cotta – und erhoffte sich durch das Preisgeld von 300 Gulden die Verbesserung seiner finanziellen Lage. Allerdings reichte er seinen Beitrag zu spät ein, so dass sein Brief ungeöffnet wieder zurückgeschickt wurde. Büchner überarbeitete sein Manuskript, erlebte jedoch die Veröffentlichung nicht mehr. Die Uraufführung fand erst 1895 in München statt und seither steht »Leonce und Lena« für Generationen von Theatermachern wie Zuschauern als gleichermaßen märchenhafte wie absurde Parabel einer satten Gesellschaft, komisch zwar, aber auch sarkastisch bis zynisch und immer aktuell.

Inszenierung Caroline Ghanipour

Bühne und Kostüme Peter Engel

Dramaturgie Carola Schiefke

König Peter vom Reiche Popo Walter Sachers

Prinz Leonce Clemens Ansorg

Prinzessin Lena Julienne Pfeil

Valerio Sascha Oskar Weis

Die Gouvernante Nikola Rudle

Staatsdiener Axel Meinhardt

Rosetta Elisa Afie Agbaglah


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