Theater

Lenz


In der Figur des Lenz zeigt Büchner ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen gegen die Prinzipien einer zwanghaften Gesellschaft. Simon Dworaczek spinnt in seiner Inszenierung das Thema weiter: Lenz ist die beschädigte Vernunft in einer verrückt gewordenen Gesellschaft.

In einer Welt der geistigen Enge und der ökonomischen Maßstäbe gerät ein Leben, das sich keinem gesellschaftlich anerkannten Zweck unterordnet, in Bedrängnis. Die gegenwärtige Erfahrung wird belanglos, über Sinn und Unsinn, Glück und Unglück entscheidet nicht mehr das Subjekt, sondern ein System anonymer Mächte.

Der Einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich. Es fällt mir nicht mehr ein, vor den Paradegäulen und Eckstehern der Geschichte mich zu bücken. Ich gewöhnte mein Auge ans Blut. Aber ich bin kein Guillotinenmesser. Das muß ist eins von den Verdammungsworten, womit der Mensch getauft worden.
Georg Büchner

Georg Büchner (1813-1837) schrieb die Erzählung "Lenz" im Herbst 1835 angesichts seiner politischen Verfolgung im Exil in Straßburg. Er schildert darin die fortschreitende psychische Erkrankung des Sturm-und-Drang-Autors Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) während des kurzen Aufenthalts beim Pfarrer Johann Friedrich Oberlin. In der Figur des Lenz zeigt Büchner ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen gegen die Prinzipien einer zwanghaften Gesellschaft.
Simon Dworaczek spinnt in seiner Inszenierung das Thema weiter: Lenz ist die beschädigte Vernunft in einer verrückt gewordenen Gesellschaft.

Besetzung

Bühnenbild und Kostüme
Johanna Ralser

Regie & Fassung
Simon Dworaczek

Musikalische Einrichtung
Tim Hüttemeister

Regieassistenz
Alina May Kernbauer

Kostümassistenz
Nadja Felica Wrisk

Lenz
Manuel Ossenkopf

Oberlin
Simon Harlan

Kaufmann
Tony Marossek

Erste Magd
Maria Lisa Huber

Zweite Magd
Clara Schulze-Wegener


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