Theater

Lena Rothstein & Tony Scholl - Jüdische Witze & jiddische Lieder


Lena Rothstein & Tony Scholl spannen an Hand auserlesener jüdischer Witze, Erzählungen, Lieder und individueller Betrachtungen, einen humorvollen, selbstironischen Bogen durch die Kulturgeschichte der jüdischen Witze.

Während die beiden kartenspielend die Welt und all das Geschehene betrachten, fühlt man keine Grenze mehr zwischen Zuschauerraum und Bühne. Das Publikum ist einbezogen und angesprochen, als säße man gemeinsam an einem Tisch, in irgendeinem Wiener Kaffeehaus.

Man wird über das Lachen ins Lächeln geleitet, es kommen einem die Tränen der Rührung, fast unmerklich, ganz nebenbei -und schon ist man wieder erlöst und schmunzelt bis hin zur befreienden, zwerchfellerschütternden Freude über die wunderbaren Gleichnisse und intelligenten, witzigen Pointen. Durch das „goldene Zeitalter“ auf der iberischen Halbinsel, über die Meere, in die verschiedensten Stationen der Diaspora, leitet wehmütiges Lächeln und ungebändigtes Lachen ins grenzenlose Land des Humors.

Von den revolutionären Bewegungen Ende des 19.Jahrhunderts im zaristischen Russland, über eigenartige Geheimdienst-Kooperationen in Palästina, führt die Reise ins New York der 30er Jahre in die stickigen Lofts der lower east-side“ zu der jungen Einwanderin, die dort langsam aber sicher ihre Jugend versäumt.

Aber auch in der Nazi-Zeit wurde gelacht, vor allem-was blieb einem anders übrig?

Feinfühlig begleitet von dem „jazzig-lyrischen“ Pianisten Ryan Langer, interpretiert Lena Rothstein in ihrer ganz persönlichen Vortragsweise die „ jiddishn lider“, welche in den Ablauf des Konzepts kommentierend eingefügt sind. Indem sie ihre angenehme samtige Stimme nuanciert und textbezogen einsetzt, vermittelt sie nicht nur ausdrucksvoll wunderbare Melodien, sondern auch berührende Inhalte und Botschaften.

Tony Scholl gelingt es durch seine charismatische Erzählweise die traditionelle Form des jüdischen Witzes ganz neu und spannend auszubauen. Man könnte den beiden stundenlang zuhören, der Abend verfliegt im Nu und die geschichtlichen Ereignisse werden in dieser Zeitreise auf eine Ebene gehoben, von der aus man eine ganz neue Sichtweise auf Jahrhunderte jüdischer und nichtjüdischer Geschichte erlebt. Ein kulinarischer Abend, den man nicht versäumen sollte.


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