Kunstausstellung

Lena Göbel - Observation Schnurrbert


Lena Göbel hat ein altes, traditionsbehaftetes, fast schon archaisches künstlerisches Medium für sich entdeckt: den Holzschnitt.

Bereits im Alter von 17 Jahren macht sie Holzschnitte, die die Natur sowohl zum Sujet als auch zum Material haben. Die unmittelbare, physisch intensive Arbeit mit dem Urstoff Holz und die kreativen Möglichkeiten, die diese Art der Druckgrafik sowohl in ihrer skulpturalen als auch grafischen Qualität bietet, reizen und fordern die junge Oberösterreicherin heraus. Mit scharfen Messern schnitzt sie Bilder in mittelformatige Hartholzplatten genauso wie in überlebensgrosse Baumstämme und presst sie dann, mit der Hand, auf die Leinwand.
Diese manuelle Übertragung ist körperlich anstrengend, doch so kann die Künstlerin Farbwerte, Intensität und damit den Ausdruck besser steuern. Mit Farbe, Schellack oder Asphaltlack überarbeitet Lena Göbel ihre Holzschnitte, erzeugt transparente, tiefgründig-dunkle oder glänzende Tönungen in Braun, Schwarz und Bernstein.
Göbel, 1983 in Ried im Innkreis geboren, studierte von 2003-2008 bei Gunter Damisch an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ihr Professor, dem sie als Diplomarbeit eine 2,6 x 5,1 Meter große Arbeit präsentierte, nennt sie "eine Wegbereiterin einer neuen Zuwendung zu alten Drucktechniken, die auf heutige Weise interpretiert und weiterentwickelt werden und zu neuen Bildern gerinnen".
Nach dem Diplom zog sie für fünf Jahre in die pulsierende Metroplole Berlin. Seit 2014 ist sie wieder zurück, pendelt zwischen Wien und Frankenburg am Hausruck. Der Rückzug ins Ländlich-Heimatiche ist für Göbel ein wichtiger Ausgleich, wie auch ihre Themen beweisen. Derzeit widmet sie sich der reinen Malerei in ausdrucksstarken Tierporträts und in einem Zyklus von Jägern und Wilderern, der den Konflikt zwischen Menschen und deren Umgebung zur Natur thematisiert.

Karla Starecek, Kunsthistorikerin, Wien (Parnass 3/2014)


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