Tanz

Lemm&Barkey / Needcompany - Forever


Ewigkeit und Sterblichkeit zwischen Orient und Okzident: Mit Gustav Mahler und vibrierendem Porzellan entwerfen zwei Künstlerinnen aus der Needcompany ein neues Universum für eine kostbar-zerbrechliche Choreografie.

Als Mahler erfuhr, an einer tödlichen Krankheit zu leiden, komponierte er mit „Der Abschied“ eines seiner traurigsten und persönlichsten Werke. In der neuen Arbeit von Grace Ellen Barkey und Lot Lemm entfaltet sich dieses Stück aus dem Zyklus „Das Lied von der Erde“ inmitten einer fragilen wie sinnlichen Bühneninstallation. Als Teil der Needcompany eröffneten die beiden mit „All Tomorrow’s Parties“ höchst erfolgreich den steirischen herbst 2014.

In seinem Zyklus verarbeitet Mahler den Kampf des Menschen gegen seine eigene Sterblichkeit im Gegensatz zur ewigen, sich ständig erneuernden Natur. Inspiriert war er von der Ende des 19. Jahrhunderts in Europa sehr beliebten altchinesischen Lyrik. Auch wertvolles Porzellan wurde damals begierig gesammelt. Lemm&Barkey experimentieren schon einige Jahre mit dem kostbaren Material, erfinden neue Objekte, verwenden Porzellan auch als Material für Kostüme. In „The Porcelain Project“ brachten sie durch einen überdimensionalen Schwingtisch das darauf abgelegte Porzellan zum Vibrieren und schufen dadurch einen ganz eigenen, beeindruckenden Sound.

In ihrer neuen Produktion „Forever“, eine Choreografie, die beim steirischen herbst ihre Uraufführung feiert, weiten sie diese Konstruktion zu einer ganzen Vibrationslandschaft aus, die wie ein stark verdichtetes Symphonieorchester den Frequenzen von Mahlers Musik ausgesetzt wird ‒ ein zerbrechliches Symbol für Vergänglichkeit.

Talk nach der Vorstellung am So 25/09


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