Vortrag

Leben im Land der TäterInnen. Die psychosozialen Folgen der NS-Verfolgung


In der Zweiten Republik wurden die Opfer der NationalsozialistInnen, die nach Österreich zurückkehrten oder im Untergrund überleben konnten, mit ihren traumatischen Erfahrungen von staatlicher Seite allein gelassen. Die psychischen Folgen von Vertreibung, Deportation und dem Verlust von Familien und FreundInnen wurden nicht berücksichtigt, das Leiden der Opfer ignoriert. Dies änderte sich erst im Jahr 1994, als die Psychiater Alexander Friedmann und David Vyssoki sowie Elvira Glück das psychosoziale Zentrum ESRA als Verein in Wien gründeten. ESRA bietet seit Jahren psychosoziale Hilfe für Menschen, die durch Verfolgung, Folter, Migration, Misshandlung, Katastrophen oder anderer schwerwiegender Ereignisse traumatisiert wurden. Schwerpunkte der Arbeit von ESRA sind Angebote für Überlebende der NS -Verfolgung und ihre Angehörigen sowie die Funktion als Anlaufstelle für die Wiener jüdische Bevölkerung.

Der Vortrag setzt sich mit der Entstehung von ESRA Anfang der 1990er-Jahre auseinander, erörtert Gründungsmotive und ihren politischen Kontext sowie die aktuelle Arbeit des psychosozialen Zentrums.


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