Oper

Le nozze di Figaro


Mozart kannte Paisiellos Barbiere gut, die Oper war sehr erfolgreich in Wien 1783 gezeigt worden, und die beidenKomponisten hatten sich im Jahr darauf auch kennengelernt. Als dann das zweite Stück um diesen umtriebigen Barbier erfolg- und skandalreich in Paris herauskam, war die Idee, dem Erfolg Paisiellos auf der Basis des neuen Beaumarchais-Stücks nachzueifern, naheliegend. Mozart und Da Ponte mussten allerdings die politisch brisante Vorlage erheblich entschärfen, um zur Aufführung ihres Opernprojektes an der Wiener Hofoper die Erlaubnis erhalten zu können.

Im Libretto hat Da Ponte vor allem die diffizilen Gefühlsbeziehungen zwischen den Figuren herausgearbeitet und Mozarts Kompositionskunst damit eine kongeniale Vorlage geliefert: Seine Musik vertieft die Charaktere in einem Maße, das in der Geschichte der Oper kaum mehr so erreicht wurde und aus der Komödie ein Seelendrama macht.

Ein paar Jahre sind seit den Ereignissen in Sevilla um die Heirat von Rosina mit dem Grafen vergangen, die Liebe zwischen dem gräflichen Paar ist inzwischen etwas abgekühlt. Der Graf sucht nach neuen, seiner Gunst würdigen Objekten, und die Gräfin wird von dem jungen Pagen Cherubino verehrt. Figaro ist indessen in den Diensten des Grafen geblieben und will nun Susanna, die Kammerzofe der Gräfin, heiraten. Im 18. Jahrhundert hatten die Adligen das „ius primae noctis“, das Recht der ersten Nacht: Dem Herrn stand zu, die Braut eines Untertanen noch vor dem Bräutigam zu deflorieren. Graf Almaviva möchte sich um 1780 als aufgeklärt zeigen und schafft dieses Recht auf seinen Besitzungen ab. Aber angesichts der hübschen Susanna reut ihn seine Fortschrittlichkeit. Denn nun kann er nicht mehr auf sein Recht pochen, er muss Verführung und List einsetzen, um Susanna in seine Fänge zu kriegen. Aber Figaro und Susanna behaupten ihre neue erotische Autonomie als Ehepaar, sie parieren List erfolgreich mit Gegenlist und der Graf findet in seinem Diener einen ebenbürtigen Gegner.

Commedia per musica in vier Akten (1786)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo da Ponte nach der Komödie "La folle journée ou le mariage de Figaro" von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais (1784)

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Besetzung:

Musikalische Leitung Marc Minkowski
Inszenierung Felix Breisach
Bühne Jens Kilian
Kostüme Doris Maria Aigner
Licht Alessandro Carletti
Dramaturgie Konrad Kuhn
Il conte di Almaviva Stéphane Degout
Contessa di Almaviva Anett Fritsch
Susanna Emöke Barath
Figaro Alex Esposito
Cherubino Ingeborg Gillebo
Bartolo Peter Kalman
Don Curzio | Basilio Sunnyboy Dladla
Barbarina Gan-ya Ben-gur Akselrod
Marcellina Helene Schneiderman
Antonio Zoltán Nagy
Orchester Les Musiciens du Louvre Grenoble
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


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