Tanz

Laurent Chetouane / Solistenensemble Kaleidoskop - Bach / Passion / Johannes


BACH BEWEGT –– Bringt man die Johannes-Passion von J. S. Bach als Tanzstück auf die Bühne, wird nicht das Kreuzverhör zwischen Jesus und Pilatus dargestellt. Im Zentrum steht das Hören dieser »spektakulären Maschine« über Leiden und Tod: So wie die TänzerInnen, spontan organisiert im Raum und ohne die Sicherheit einer festen Choreografie, im doppelten Sinn »bewegt«, berührt, verändert und erschüttert werden, soll die Wirkung dieser Musik auch auf die Zuschauer übertragen werden.

Der Choreograf fragt in BACH / PASSION / JOHANNES, was von der biblischen Geschichte, die zu den großen Erzählungen des Christentums zählt, übrigbleibt. Worauf fußt unser Zusammensein? In welcher Gemeinschaft können wir als frei und kritisch Denkende heute noch aufgehen? Wie lässt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl herstellen? Oder ganz einfach gefragt: Wie lassen sich »Emotionen teilen«? Der von der Kraft dieser Musik ergriffene Körper kann und soll dies hier jedenfalls vorführen.

Laurent Chétouane präsentiert gemeinsam mit fünf TänzerInnen und sieben MusikerInnen des Berliner Solistenensembles Kaleidoskop eine bearbeitete Version der Komposition von Johann Sebastian Bach, die 1724 uraufgeführt wurde. Die Produktion bildet nach M!M und 15 Variationen über das Offene den abschließenden Teil einer Trilogie über das Zusammensein.

Österreichische Erstaufführung

Laurent Chétouane, geboren in Soyaux, absolvierte ein Studium der Theaterwissenschaft an der Pariser Sorbonne und der Theaterregie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Nach zahlreichen Inszenierungen an Theatern u. a. in Köln, Hamburg, München, Oslo und Athen ist er seit 2006 als Choreograf tätig. Zu seinen Tanzproduktionen zählen Tanzstück # 1–4, Hommage an das Zaudern, horizon(s), das Solo O mit Mikael Marklund (Premiere beim Festival d’Avignon 2012), Sacré Sacre du Printemps, M!M, 15 Variationen über das Offene und Solo with R / Perspective(s). An Auszeichnungen erhielt Laurent Chétouane die Wild Card der RUHR.2010 und 2008 den Förderpreis des Landes NRW für hervorragende junge Künstler.

Das Solistenensemble Kaleidoskop wurde 2006 als Kammerorchester gegründet. Unter der künstlerischen Leitung von Michael Rauter und Daniella Strasfogel und in Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Genres sucht Kaleidoskop nach neuen Aufführungsformen; die Musiker werden dabei auch selbst zu Performern und Darstellern. Das Repertoire reicht von Frühbarock bis zur aktuellen Musik, auch eigene Musikkonzepte werden dabei entworfen. Im Laufe des künstlerischen Engagements hat das Solistenensemble mit Künstlern wie Sasha Waltz, Sabrina Hölzer, Christian Kesten, Laurent Chétouane, Aliénor Dauchez und der Band Mouse on Mars zusammengearbeitet. Im Oktober 2014 präsentierte das Solistenensemble Kaleidoskop die Uraufführung von Kaleidoskopville im Haus der Berliner Festspiele; erstmals wurde ein Musiktheater als Kollektiv vollständig selbst entwickelt und aufgeführt. Die erste eigene Ensemble-CD Hello I’m Solistenensemble Kaleidoskop ist 2014 erschienen.

Michael Rauter wurde 1980 geboren und hat Musik studiert. 2006 hat er in Berlin das Solistenensemble Kaleidoskop gegründet. 2013 arbeitete er mit Laurent Chétouane bereits bei dem Stück 15 Variationen über das Offene zusammen.

TANZ: Lisa Densem, Nitsan Margaliot, Mikael Marklund, Sigal Zouk
MUSIK: Timoti Fregni, Nari Hong, Tilman Kanitz, Tammin Julian Lee, Ildiko Ludwig, Yumi Onda, Beltane Ruiz
GESANG: Senem Gökçe Oğultekin und die MusikerInnen
CHOREOGRAFIE: Laurent Chétouane und die TänzerInnen
BEARBEITUNG DES ORIGINALS: Michael Rauter und Solistenensemble Kaleidoskop
MUSIK: J.S. Bach – Johannes-Passion (BWV 245)
RAUM: Laurent Chétouane und Matthias Nebel
KOSTÜM: Sophie Reble
LICHT: Stefan Riccius
TON: Johann Günther
DRAMATURGIE: Leonie Otto
KÖRPER-COACHING: Patricia Brülhart
MITARBEIT CHOREOGRAFIE: Leonie Rodrian
ASSISTENZ KOSTÜM: Lydia Sonderegger
TOURASSISTENZ: Lisa Blöchle

PRODUKTION: Christine Kammer und Hendrik Unger


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